Die Pflegekammer in Rheinland-Pfalz, 2016 als erste ihrer Art gestartet, gerät nach juristischen Rückschlägen, organisatorischen Problemen und anhaltender Kritik massiv unter Druck. Selbst ihr Fortbestand wird inzwischen offen diskutiert. Beim Krisengespräch in Mainz wurde Gesundheitsminister Clemens Hoch (SPD) sehr deutlich: Er forderte schnelle Nachbesserungen, insbesondere bei Haushalts- und Mitgliederführung. Ergebnisse soll die Kammer kurzfristig vorlegen.
Diese Entwicklung ist kein Einzelfall. Bereits 2021 wurden die Pflegekammern in Niedersachsen und Schleswig-Holstein wieder abgeschafft – nach massiven Protesten, vor allem wegen der Pflichtmitgliedschaft und der Beitragspflicht.
Aktuell existieren damit nur noch zwei Kammern: neben Rheinland-Pfalz die in Nordrhein-Westfalen. Dort gilt das Modell bislang als stabiler – unter anderem, weil sie in der Aufbauphase 2022 und 2023 ohne unmittelbare Beitragspflicht startete und erst später mit einem sehr moderaten Betrag die Beitragspflicht einführt hat.