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16. Januar 2022 | 11:19 Uhr
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Investoren fliegen auf Seniorenimmobilien

Im vergangenen Jahr haben Pflegeheime und Altenwohnanlagen für über drei Milliarden Euro den Eigentümer gewechselt. Das war ein neuer Rekord. Nach den Daten des Immobiliendienstleisters CBRE haben die Investitionen in stationäre Pflegeeinrichtungen stagniert, das betreute Wohnen lockt immer mehr Großanleger an. Eine CBRE-Analyse zeigt allerdings auch, dass das bisherige jährlichen Bauvolumen bei weitem nicht ausreicht, den künftigen Bedarf an Pflegeplätzen zu decken.

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Investoren gaben 2021 in Deutschland für neue Seniorenimmobilien eine Rekordsumme aus

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Gesundheitsimmobilien in Deutschland werden bei Anlegern immer beliebter. Dazu zählen unter anderem Pflegeheime und Wohnanlagen für Senioren. Das Transaktionsvolumen in diesen Segmenten lag im vergangenen Jahr bei 3,2 Milliarden Euro. Das sind acht Prozent mehr als 2020, so der global aktive Immobilieninvestor und -dienstleister CBRE in seinem Marktüberblick für Deutschland.

Dabei gibt es im Seniorenmarkt eine klare Verschiebung des Investoreninteresses von Pflegeheimen hin zu betreutem Wohnen. Mit 772 Millionen Euro schossen die Transaktionen für Wohnanlagen um 50 Prozent nach oben. Mittlerweile wird jeder vierte Euro in Seniorenwohnen gesteckt. Dagegen stagnierten 2021 die Transaktionen im Segment der Pflegeheime bei 2,4 Milliarden Euro, stellten aber immer noch drei Viertel der Investitionen in Seniorenimmobilien.

Trotz des Zuwachses um acht Prozent reicht das heutige Bauvolumen für die alternde Babyboomer-Generation nicht. Die Zahl der Pflegebedürftigen werde sich in den nächsten 20 Jahren um 36 Prozent auf 5,5 Millionen Menschen erhöhen, rechnet Gerald Klinck vom Projektentwickler Cureus vor. Um sie zu versorgen, brauche es bis 2040 rund 600.000 zusätzliche stationäre Pflegeplätze, so der Finanzchef des Unternehmens. Das bedeute rund 30.000 neue Plätze pro Jahr. In den vergangenen zehn Jahren seien jährlich aber nur rund 6.800 neue Plätze entstanden. Leicht nachzuvollziehen, dass die Bedarfslücke immer größer wird.

Fehlendes Geld sei nicht das Problem, sagt CBRE-Manager Dirk Richolt. "Es gibt mehr Akteure und mehr Fonds, die in diese Objekte investieren wollen. Was es nicht in ausreichendem Maße gibt, sind zum Verkauf stehende Gesundheitsimmobilien – die Nachfrage übertrifft das vorhandene Angebot um ein Vielfaches." Das erklärt für ihn neben der Übernahme des Deutsche-Wohnen-Portfolios durch Vonovia auch den Rückgang des Anteils ausländischer Investoren von 68 auf 29 Prozent. Das internationale Interesse sei nach wie vor groß.

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