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26. März 2023 | 16:08 Uhr
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Lauterbachs Vorstoß zur Leiharbeit löst Kopfschütteln aus

Den Vorstoß von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach zur Eindämmung der Leiharbeit die Zusatzkosten durch die Kassen nicht zu ersetzen, halten Pflegeprofis für Unsinn. Ulrich Christofczik (Foto), Vorstand des Christophoruswerkes sowie Geschäftsführer der Evangelischen Altenhilfe Duisburg: "Der Vorstoß von Minister Lauterbach ist mal wieder ein Beleg für dessen fehlende Fachkompetenz in Sachen Langzeitpflege. Er will eine Praxis unterbinden, die es gar nicht gibt."

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Ulrich Christofczik hält Lauterbachs Leiharbeitsvorstoß für sinnfrei

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"Wir haben die Kosten für Zeitarbeitskräfte noch nie den Kostenträgern in Rechnung gestellt", sagt Christofczik, der auch Sprecher der Ruhrgebietskonferenz-Pflege ist. "Alle Versuche, die erheblichen Mehrkosten bei Pflegesatzverhandlungen geltend zu machen, wurden von den Pflegekassen abgelehnt."

Erhebungen eines Spitzenverbandes zeigten, dass Leiharbeitskräfte bis zu 50 Prozent teurer seien als die Beschäftigten der Stammbelegschaften. Wahr sei auch, dass Zeitarbeit in der Pflege seit 2020 um die Hälfte zugelegt habe. "In der Corona-Pandemie wäre ohne den Einsatz von Zeitarbeit die Versorgungssicherheit in unseren Einrichtungen nicht mehr zu gewährleisten gewesen", sagt Christofczik. Daraus hätten einige Zeitarbeitsfirmen Kapital geschlagen.

Auch wir sehen den Bedarf für eine Regulierung dieses extrem expandierenden Marktes", sagt Christofczik. Aber das gehe nicht mit Gesetzen, die am Ende die Verantwortung ausschließlich auf die Arbeitgeber aus der Pflege abwälzten. "Herr Lauterbach macht sich mal wieder einen schlanken Fuß und stiehlt sich aus der Verantwortung."

Die Ruhrgebietskonferenz-Pflege, in der sich rund 50 Arbeitgeber zusammengeschlossen haben, organisiert am kommenden Dienstag, 28. März, einen digitalen Leiharbeitsgipfel. Von 15 bis 17:30 Uhr wird das Thema auf der Videoplattform Zoom von allen Seiten beleuchtet und diskutiert. Die Teilnahme ist kostenlos, Anmeldung auf der Website der Ruhrgebietskonferenz-Pflege.

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