Minijob-Aus könnte Dienstpläne in der Pflege belasten
Die Rentenkommission will die Minijobs abschaffen und geringfügige Beschäftigung in sozialversicherungspflichtige Jobs überführen. In der Pflege könnte das vor allem Nebentätigkeiten treffen, sagt Markus Mai (Foto), Präsident der Pflegekammer Rheinland-Pfalz. Vier Prozent der beruflich Pflegenden arbeiten ausschließlich im Minijob, sieben Prozent haben einen Minijob zusätzlich zu ihrem Hauptjob. Einrichtungen würden damit flexible Kapazitäten für Zusatzdienste und kurzfristige Ausfälle verlieren.
Lisa Treusch
Pflegekammerpräsident Markus Mai sorgt sich um die Abschaffung der Minijobs
Minijobs sind in der Pflege zwar nicht die Regel, für viele Einrichtungen aber ein wichtiger Bestandteil des Dienstplans. Laut Zahlen der Bundesagentur für Arbeit arbeiten bundesweit vier Prozent der beruflich Pflegenden ausschließlich in einem Minijob. Deutlich größer ist die Bedeutung als Nebentätigkeit: Rund sieben Prozent aller Pflegefachpersonen übernehmen zusätzlich zu ihrer sozialversicherungspflichtigen Hauptbeschäftigung eine geringfügige Tätigkeit.
Diese Beschäftigten springen bei kurzfristigen Ausfällen ein, übernehmen zusätzliche Dienste und schaffen so Spielraum in Pflegeeinrichtungen, wie die Pflegekammer Rheinland-Pfalz einschätzt. "Auf diese Unterstützung sind viele Arbeitgeber angewiesen", sagt Kammerpräsident Markus Mai.
Sorge um die Flexibilität
Eine Reform könnte besonders Menschen treffen, die bewusst nur wenige Stunden zusätzlich arbeiten. Dazu zählen Eltern mit Betreuungsaufgaben sowie Rentner. Würden Minijobs stärker belastet oder in eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung überführt, könnte eine zusätzliche Tätigkeit für sie an Reiz verlieren.
Mai warnt vor den Folgen für die Versorgung. Die Pflege stehe bereits unter Druck. Wenn Beschäftigte mit vergleichsweise niedrigen Einkommen zusätzlich belastet würden, könnte das die Personalprobleme weiter verschärfen. Die Landespflegekammer sei nicht gegen eine bessere Altersvorsorge, so Mai. Entscheidend sei jedoch, flexible Beschäftigungsmodelle nicht abzuschaffen oder unattraktiv zu machen.