Mitarbeiter von Ambiente Care warten schon wieder auf Gehalt
Noch immer hat ein Teil der Mitarbeiter des Pflegeanbieters Ambiente Care noch kein Januar-Gehalt bekommen. Erneut warten Beschäftigte auf ihr Geld. Wie es mit den Gehältern weitergeht, wann sie wieder pünktlich gezahlt werden – auf alle diese Fragen von Care vor9 hat der Betreiber, der seit letzten Herbst immer wieder negative Schlagzeilen macht, bisher nicht geantwortet. Die Geschäftsführung bleibt auf Tauchstation.
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Es ist schon Mitte Februar, trotzdem haben noch nicht alle Ambiente-Care-Mitarbeiter ihr Januar-Gehalt ausgezahlt bekommen
Seit September berichten Lokalzeitungen und Care vor9 über diverse Probleme bei Ambiente Care. Dabei geht es nicht nur um Gehaltsverzögerungen: Am Standort in Kissingen hat der Betreiber die Versorgung der Bewohner aus der stationären Pflege an die Diakonie übergeben. Er hat Standorte geschlossen. Ein Teil der Ambiente Holding, die TSC Care, ist in Insolvenz gegangen. Hinzukommen Schwierigkeiten mit Vermietern und Lieferanten. Am Standort Unna in Nordrhein-Westfalen ist – wie zuvor schon am Standort Bad Kissingen – nach Berichten des Hellweger Anzeigers die Heimaufsicht eingeschaltet.
Trotzdem äußert sich Ambiente Care über die Probleme fast ausschließlich auf Nachfrage – und das auch nur sehr oberflächlich: Nach wie vor heißt es, es werde "seit letztem Jahr an Um- und Restrukturierungsmaßnahmen seitens der Geschäftsführung gearbeitet". Das diene der "organisatorischen und wirtschaftlichen Weiterentwicklung" des Unternehmens. Ein Gespräch mit Care vor9 lehnen die Geschäftsführer Karl Heinz Lukofnak und Michael Novak ab. Branchenkenner schätzen die Bonität von Ambiente Care derweil als schlecht ein.
Gehalt bekommen vor allem Mitarbeiter, die besonders unter den Verzögerungen leiden
Unterdessen erreichen Care vor9 fast wöchentlich Klagen von Mitarbeitern, in denen es vor allem um Gehaltsverzögerungen geht. Ein Mitarbeiter aus einer Einrichtung im Osten Deutschlands berichtet, gestern (16. Februar) endlich Gehalt bekommen zu haben, eine Kollegin von ihm hingegen noch nicht. Es handele sich bei den Zahlungen um Echtzeit-Überweisungen, was völlig unüblich sei, schreibt er in seiner Mail.
Das stützt die Vermutung einer Mitarbeiterin am Standort Herbstein in Hessen, die – so wie ihre Kollegen – beobachtet, dass nur ausgewählte Mitarbeiter seit wenigen Tagen ihr Gehalt überwiesen bekommen. Es handele sich in der Regel um Mitarbeiter, die alleinerziehend seien oder über keinerlei Rücklagen verfügten, um eine Gehaltsverzögerung kompensieren zu können. Sie vermute, dass die Heimaufsicht einbezogen sei und sich für die Belegschaft starkmache, so die Kollegin gegenüber Care vor9. Was sie – wie fast alle Mitarbeiter, die sich an Care vor9 wenden – besonders frustriere, sei das Schweigen der Geschäftsführung.
Kirsten Gaede