Kritik an Baden-Württemberg wegen Investitionskosten
Während einige Bundesländer Pflegeheime bei Investitionskosten mit mehreren Hundert Euro pro Bewohner und Monat unterstützen, geht Baden-Württemberg seit 2010 einen anderen Weg. Pflegeheimbewohner zahlen dort durchschnittlich 461 Euro monatlich für Investitionskosten selbst. Die Vorsitzende des Sozialverbands Deutschland (SoVD), Gabriele Katzmarek (Foto), und Pflegekassen erhöhen nun den Druck auf das Land, sich wieder an der Finanzierung zu beteiligen, berichtet "Echo 24".
SoVD
In Baden-Württemberg liegen die Heimkosten deutlich über dem Bundesdurchschnitt, weil das Land bei Investitionen nicht unterstützt, sagt Gabriele Katzmarek
Baden-Württemberg hatte sich bereits 2010 aus der Förderung von Neubau, Umbau und Modernisierung von Pflegeheimen zurückgezogen. Anders als etwa Nordrhein-Westfalen, Schleswig-Holstein oder Bayern stellt das Land seither keine nennenswerten Investitionsmittel mehr für Pflegeeinrichtungen bereit. Die Kosten werden deshalb direkt auf die Bewohner umgelegt.
Der Sozialverband Deutschland (SoVD) fordert, das Land müsse sowohl die Investitionskosten als auch die Ausbildungskosten vollständig übernehmen. Andernfalls würden Pflegebedürftige und ihre Familien über Gebühr belastet. "Die Eigenanteile für Pflegeheimbewohner in Baden-Württemberg sind viel zu hoch. Mit durchschnittlich über 3.500 Euro monatlich im ersten Heimjahr liegt Baden-Württemberg deutlich über dem Bundesdurchschnitt", zitiert Echo 24 die Landesvorsitzende des SoVD Baden-Württemberg, Gabriele Katzmarek. Unterstützt wird der Sozialverband in seiner Forderung unter andrem vom Verband der Ersatzkrankenkassen.