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18. März 2026 | 18:46 Uhr
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Rekord bei Pflege-Azubis und Männeranteil

Die Pflegeausbildung wächst weiter: 2025 haben rund 64.300 Menschen neu eine Ausbildung begonnen, etwa acht Prozent mehr als im Vorjahr. Auch der Männeranteil steigt. Verbände freuen sich über den wachsenden Zulauf, sehen aber strukturelle Hürden, um das Potenzial zugunsten der Pflegebedürftigen voll auszuschöpfen. Auch sei nicht geklärt, ob die Zahlen auf Ausbildungsverträge mit Krankenhäusern oder mit Einrichtungen der Altenpflege zurückgehen.

Die Zahl der männlichen Azubis stieg um 15 Prozent

Insgesamt befinden sich rund 158.000 Auszubildende in der generalistischen Pflegeausbildung – so viele wie noch nie. Weiterhin dominieren Frauen die Ausbildung: 71 Prozent der neuen Ausbildungsverträge entfielen auf Frauen (45.800), 29 Prozent auf Männer (18.500). Aber der Männeranteil wächst. Die Zahl der männlichen Auszubildenden stieg um 15 Prozent gegenüber dem Vorjahr, deutlich stärker als bei den Frauen, wo es ein Plus von sechs Prozent gab. Seit Einführung der generalistischen Ausbildung hat sich der Männeranteil von 24 auf 29 Prozent erhöht.

Verbände freuen sich über wachsenden Zulauf

Der Arbeitgeberverband Pflege (AGVP) spricht von einer besonders gefragten Ausbildung. Gleichzeitig kritisiert der Verband strukturelle Hemmnisse: Fachkraftquoten und Personalschlüssel verhinderten, dass Einrichtungen trotz steigender Ausbildungszahlen zusätzliche Pflegebedürftige aufnehmen könnten.

Auch der Verband Deutscher Alten- und Behindertenhilfe (VDAB) freut sich über die steigenden Azubi-Zahlen. Hauptgeschäftsführer Thomas Knieling deutet sie als Erfolg der Einrichtungen, die sich in der Ausbildung engagieren und so zur Versorgungssicherheit beitragen.

Doch Normann Müller, Experte für Pflegeberufe Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB), gießt ein wenig Wasser in den Wein: Die Ausbildungszahlen in der Pflege seien tatsächlich deutlich höher als in den meisten anderen Berufen, doch hänge die Berufswahl auch immer von Beschäftigungschancen ab, sprich, von Angebot und Nachfrage. Von einer besonderen "Beliebtheit" lasse sich deshalb streng genommen nicht sprechen. Gleichwohl zeigt sich auch aus Müllers Sicht ein klarer Trend: Die Pflege verzeichne augenblicklich mehr Zulauf als fast alle anderen dualen Ausbildungsberufe.

BPA-Präsident Bernd Meurer: Zuwächse vor allem in den Kliniken

Die Destatis-Zahlen sind vorläufig. Endgültige Ergebnisse zu Auszubildenden zum Stichtag 31. Dezember 2025 und weitere Details werden im Juli 2026 veröffentlicht. Dann könnte sich auch genauer zeigen, ob das Wachstum vor allem auf Ausbildungsverträge mit Krankenhäusern oder mit Einrichtungen der Altenpflege zurückgeht. Bernd Meurer, Präsident vom Bundesverband privater Träger sozialer Dienste (BPA) ist sich sicher: "Die Generalistik verzeichnet ihre Zuwächse vor allem in den Kliniken, während in der Altenpflege Azubis spürbar fehlen." Die Debatte um eine Neugestaltung des Pflegebudgets, das es seit gut fünf Jahren für Kliniken gibt, müsse wieder Fahrt aufnehmen. "Wertvolle Fachkräfte dürfen nicht in den Kliniken Betten schieben, während die Kapazitäten in der Langzeitpflege wegbrechen", so Meurer. 

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