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20. April 2026 | 16:44 Uhr
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Trainee-Programm macht Generalisten fit für die Altenpflege

Die Caritas Dortmund startet ein Trainee-Programm für frisch ausgebildete Fachkräfte in der Altenpflege. Ein Jahr lang werden Berufseinsteiger begleitet. Das Konzept geht vor allem auf Pflegewissenschaftlerin Angelika Zegelin (Foto) zurück. Sie beklagt seit Jahren, dass die generalistische Ausbildung zwar breite Kompetenzen vermittelt, spezifische Anforderungen der Altenpflege aber oft zu kurz kommen. Das sogenannte "Dortmunder Modell" könnte Signalwirkung für die Branche haben.

Junge Fachkräfte sind auf die speziellen Anforderungen der Altenpflege oft nicht gut genug vorbereitet    

Die Caritas Altenhilfe Dortmund hat das Konzept gemeinsam mit dem Canisius Campus auf den Weg gebracht – basierend auf einer Idee von Angelika Zegelin, die seit Jahren darauf drängt, dass Azubis besser auf die Altenpflege vorbereitet werden. 

Der Hintergrund: Die generalistische Pflegeausbildung vermittelt, wie ihr Name schon sagt, breite Kompetenzen. Spezifische Anforderungen der Langzeitpflege – etwa im Umgang mit Demenz, Mobilitätsförderung oder palliativer Begleitung – lernen die frisch ausgebildeten Fachkräfte oft erst im Berufsalltag.

Über ein Jahr hinweg nehmen die Berufseinsteiger an elf Modultagen teil. Dabei geht es nicht nur um Fachwissen, sondern auch um Haltung und professionelles Selbstverständnis. Schon im Auftaktmodul steht der "Berufsstolz" im Mittelpunkt. Das Programm versteht sich bewusst nicht als klassische Fortbildung, sondern als begleitete Übergangsphase: Die Teilnehmer sollen Sicherheit gewinnen, sich austauschen und ihren Platz im Beruf finden. Die Mischung aus erfahrenen Dozenten und jungen Fachkräften gilt als besonderer Ansatz.

Das Modell kann helfen, Fachkräfte im Beruf zu halten 

Die Idee aus Dortmund ist nicht neu. Seit Einführung der Generalistik haben verschiedene Vertreter der Branche immer wieder gefordert, die Altenpflege in der Ausbildung stärker zu profilieren und Berufseinsteiger systematisch zu begleiten. Zegelin hat darauf hingewiesen, dass die Anforderungen in der Langzeitpflege besonders hoch sind, aber Angebote zur Vertiefung fehlen.

Dass ein Träger dieses Modell nun praktisch umsetzt, könnte über Dortmund hinaus Bedeutung bekommen. Denn die Frage, wie Pflegefachkräfte nach der Ausbildung im Beruf gehalten und gestärkt werden können, gehört zu den zentralen Fragen der Branche.

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