Tägliche News für das Management von Pflege und Wohnen im Alter

8. Juli 2024 | 22:13 Uhr
Teilen
Mailen

Streit um Reaktionszeit auf Klingelrufe landet vor Gericht

Ein Pflegeheim in Bayern wehrt sich vor Gericht gegen die Auflage der Heimaufsicht, nach maximal fünf Minuten am Bett eines Bewohners sein zu müssen. Die Kontrolleure vom Landratsamt Würzburg verdonnerten das betroffene Seniorenzentrum Eibelstadt zudem dazu, dies alle zwei Wochen zu dokumentieren. Andernfalls droht ein Bußgeld von 3.000 Euro. Pikant: Das Haus wird vom Landkreis betrieben. Der Fall könnte grundsätzliche Bedeutung haben. 

Stoppuhr iStock Stepan_Bormotov.jpg

Die Heimaufsicht Würzburg gibt einem Pflegeheim höchstens fünf Minuten, um auf Klingelrufe von Bewohnern zu reagieren

Anzeige

Maßgeschneiderte Lösungen für sichere Hygiene

Alten- und Seniorenheime spielen eine immer entscheidendere Rolle bei der Betreuung und Pflege älterer Menschen. Hochqualitative Reinigung und sichere Hygiene sind in solchen Einrichtungen von größter Bedeutung, um die Gesundheit der Bewohner zu schützen. Wie könnte eine maßgeschneiderte Lösung aus einer Hand aussehen? HIER erfahren Sie mehr

Die Heimaufsicht monierte, dass die Reaktionszeit des Pflegepersonals im Seniorenzentrum Eibelstadt immer wieder länger als zehn Minuten dauerte, in Einzelfällen gar bis zu 40 Minuten, berichtet die Süddeutsche Zeitung (Abo) in einem ausführlichen Artikel. Die Kontrolleure sahen darin einen "erheblichen Mangel" und eine potenzielle Gefahr für Leben und Gesundheit der Bewohner. Die Behörde befand, dass maximal fünf Minuten vergehen dürften, bis ein Pfleger nach einem klingelnden Bewohner sieht.

Das Seniorenzentrum Eibelstadt fühlt sich in seiner Berufsehre gekränkt und sucht mit einer Pressekonferenz die Öffentlichkeit. Die Fünf-Minuten-Vorgabe sei falsch und nicht einhaltbar. Die Heimaufsicht setze hier den Maßstab für Notaufnahmen in Krankenhäusern an, wo Ärzte innerhalb von fünf Minuten jeden neuen Patienten anschauen müssten. Ein Seniorenzentrum sei aber kein Krankenhaus und es gebe nicht ständig Notsituationen. Wenn eine Pflegekraft einen anderen Bewohner wasche oder beim Toilettengang helfe, ließen sich Wartezeiten nicht vermeiden.

Vor dem Bayerischen Verwaltungsgericht konnte das Seniorenheim Eibelstadt einen ersten Erfolg erzielen. Bis es zu einem Urteil kommt, sind die Auflagen außer Kraft gesetzt. Und die Richter hätten in Ihrem Bescheid durchblicken lassen, dass es "ernsthafte Zweifel" an der Rechtmäßigkeit gebe.

Newsletter kostenlos bestellen

Ja, ich möchte den Newsletter täglich lesen. Ich erhalte ihn kostenfrei und kann der Bestellung jederzeit formlos widersprechen. Meine E-Mail-Adresse wird ausschließlich zum Versand des Newsletters und zur Erfolgsmessung genutzt und nicht an Dritte weitergegeben. Damit bin ich einverstanden und akzeptiere die Datenschutzerklärung.

Anzeige Seniorenheim-Magazin
Anzeige Care vor9