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14. Oktober 2022 | 00:24 Uhr
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Überlastung und Personalnot verschlechtert Pflegeausbildung

Die chronische Personalnot in Kliniken, Pflegeeinrichtungen und ambulanten Diensten wirke sich negativ auf die Qualität der Ausbildung in den Pflegeberufen aus. Und die Corona-Pandemie habe die bestehenden strukturellen Probleme verschärft, schreibt die Gewerkschaft Verdi in ihrem Ausbildungsreport Pflegeberufe. "Weniger als 43 Prozent der Auszubildenden in der Pflege sind mit ihrer Ausbildung zufrieden. Das ist ein Alarmsignal und deutlich schlechter als in anderen Berufen", erklärt Verdi Vorständin Sylvia Bühler.

Pflege Azubis Foto iStock Andrei Orlov

Viele Pflegeazubis beklagen sich über eine mangelnde Praxisanleitung

Auch die Ursachen der Unzufriedenheit werden im Ausbildungsreport offengelegt. So fühlt sich fast die Hälfte der Befragten durch die Ausbildungsbedingungen häufig oder immer belastet. Viele klagen über hohen Zeitdruck (62 Prozent), mangelnde Vereinbarung von Berufs- und Privatleben (48 Prozent) sowie fehlende Pausen (43 Prozent). Über 58 Prozent berichten, dass sie immer oder häufig Probleme haben, sich in ihrer Freizeit zu erholen – eine Verdoppelung gegenüber der letzten Befragung im Jahr 2015.

Ein besonderes Problem ist laut Verdi die Praxisanleitung. Über 43 Prozent der Auszubildenden berichten, selten oder nie von Praxisanleitern an ihre beruflichen Aufgaben herangeführt zu werden. Besonders gravierend ist das Problem in der Altenpflege, wo das für fast zwei Drittel gilt. Deshalb müsse die Einhaltung der vorgeschriebenen Praxisanleitung unbedingt kontrolliert und durchgesetzt werden, fordert die Gewerkschaft.

"Die Pflegeausbildung ist gefragt", sagt Sylvia Bühler unter Verweis auf zunehmende Ausbildungszahlen. Laut Statistischem Bundesamt ist die Zahl der Auszubildenden nach dem neuen Pflegeberufegesetz 2021 gegenüber dem Vorjahr um fünf Prozent auf rund 56.300 gestiegen. "Ganz offensichtlich wollen viele junge Menschen in ihrem Berufsleben etwas Sinnstiftendes tun, etwas, das anderen hilft – das ist ermutigend." Doch sie müssten auch langfristig in den Pflegeberufen gehalten werden. "Wenn viele junge Menschen nachkommen und die erfahrenen gehalten werden können, kann der Teufelskreis aus Überlastung, Berufsflucht und weiter steigender Belastung zu durchbrochen werden. Gute Bedingungen in der Ausbildung und im betrieblichen Alltag, das ist die Lösung", so Bühler.

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