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17. Mai 2023 | 07:00 Uhr
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Viele Tagespflegen denken ans Aufgeben

Jeder dritte Inhaber einer Tagespflege überlegt, seine Einrichtung zu schließen. Dies geht aus einer Umfrage des Landesverbands freie ambulante Krankenpflege (LfK) in Nordrhein-Westfalen unter seinen 120 Tagespflege-Mitgliedern hervor. Demnach bewerten mehr als die Hälfte der Einrichtungen ihre derzeitige wirtschaftliche Situation als schlecht oder existenzbedrohend. Die galoppierenden Kosten sind dabei nur ein Grund.

Tagespflege Frau im Rollstuhl iStock KatarzynaBialasiewicz.jpg

Tagespflegen sind nach wie vor schlecht ausgelastet und überlegen, zu schließen

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Das große Problem der Tagespflegen: Noch immer kommen deutlich weniger Menschen in die Tagespflege als vor der Pandemie, so LfK-Tagespflege-Referentin Heike Nordmann. "Grund dafür sind zum einen noch immer die Sorge vor Ansteckungen und große Vorsicht bei Atemwegsinfekten. Das führt zu vielen kurzfristigen Absagen, die von den Einrichtungen nicht kompensiert werden können."

Hinzu komme, dass die Tagespflegen ihre Preise wegen deutlich gestiegener Gehälter der Pflegekräfte in den letzten Monaten stark angehoben hätten. "Gleichzeitig wurde das Budget der Pflegeversicherung jedoch seit 2017 nicht angepasst", so Nordmann weiter. Mit der Folge, dass sich die Gäste sich immer weniger Besuchstage in der Tagespflege leisten, ohne aus eigener Tasche zuzahlen zu müssen. Private Zuzahlungen seien jedoch angesichts der Inflation für viele Pflegebedürftige kaum machbar.

Das neue Pflegegesetz sehe zwar leichte Verbesserungen für die Versicherten vor. "Die Tagespflege wurde dabei jedoch wieder vergessen", kritisiert LfK-Geschäftsführer Christoph Treiß. "Hier muss dringend nachgebessert werden, so dass auch die Leistungen der Pflegeversicherung für die Tagespflege und den flexibel einsetzbaren Entlastungsbetrag dynamisiert werden." Zudem bräuchten die Tagespflegen Kompensationsmöglichkeiten, wenn Gäste krankheitsbedingt absagten.

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