Das große Problem der Tagespflegen: Noch immer kommen deutlich weniger Menschen in die Tagespflege als vor der Pandemie, so LfK-Tagespflege-Referentin Heike Nordmann. "Grund dafür sind zum einen noch immer die Sorge vor Ansteckungen und große Vorsicht bei Atemwegsinfekten. Das führt zu vielen kurzfristigen Absagen, die von den Einrichtungen nicht kompensiert werden können."
Hinzu komme, dass die Tagespflegen ihre Preise wegen deutlich gestiegener Gehälter der Pflegekräfte in den letzten Monaten stark angehoben hätten. "Gleichzeitig wurde das Budget der Pflegeversicherung jedoch seit 2017 nicht angepasst", so Nordmann weiter. Mit der Folge, dass sich die Gäste sich immer weniger Besuchstage in der Tagespflege leisten, ohne aus eigener Tasche zuzahlen zu müssen. Private Zuzahlungen seien jedoch angesichts der Inflation für viele Pflegebedürftige kaum machbar.
Das neue Pflegegesetz sehe zwar leichte Verbesserungen für die Versicherten vor. "Die Tagespflege wurde dabei jedoch wieder vergessen", kritisiert LfK-Geschäftsführer Christoph Treiß. "Hier muss dringend nachgebessert werden, so dass auch die Leistungen der Pflegeversicherung für die Tagespflege und den flexibel einsetzbaren Entlastungsbetrag dynamisiert werden." Zudem bräuchten die Tagespflegen Kompensationsmöglichkeiten, wenn Gäste krankheitsbedingt absagten.
