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25. April 2024 | 21:33 Uhr
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Warum die TI-Anbindung nicht vorankommt

"Wir sind technisch ready to go", sagt Dieter Weisshaar, CEO des Software-Anbieters Myneva. Für ihn und viele Mitbewerber könnte die Anbindung der Pflege an die Telematikinfrastruktur (TI) morgen beginnen. Fast, denn E-Rezept, Patientenakte und der Messenger KIM würden zwar funktionieren, aber es fehlten immer noch Details. Das Interesse der Einrichtungen sei groß, so Weißhaar. Und Teilnehmer am Modellprojekt schwärmen von der Zeitersparnis.

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Myneva-Chef Dieter Weisshaar mahnt die letzten Spezifikationen an, damit die TI in der Pflege loslegen kann

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"Die Regulatorik lässt auf sich warten, uns fehlen immer noch Spezifikationen im Detail", sagt der Myneva-Chef, zum Beispiel bei der Wunddokumentation oder beim Behandlungsplan. Grundsätzlich aber sei man bereit für die TI, und die Einigung bei der Refinanzierung könne nun für einen Schub bei den Pflegeeinrichtungen sorgen. Allerdings dürfe die Zeitfrage nicht unterschätzt werden. Für Implementierung, Neugestaltung von Prozessen und Schulung der Mitarbeiter gingen sechs bis zwölf Monate ins Land.

Sinn und Vorteile eines Anschlusses an die TI für die Einrichtungen sind unbestritten. Durch die Teilnahme des Myneva-Nutzers Johannes Grenz Altenpflege an einem TI-Modellprojekt im Kinzigtal sammelt das Unternehmen bereits seit über zwei Jahren Erfahrungen. Fünf Stunden pro Woche spare Michael Thau allein durch den Wegfall von Botengängen zu Ärzten und der vereinfachten Kommunikation mit ihnen. Öffnungs- und Wartezeiten der überlasteten Arztpraxen spielten keine Rolle mehr, so der Pflegedienstleiter.

Die TI war auf der Messe Altenpflege an den Ständen von Myneva und anderen Software-Anbietern ein großes Thema. Das Interesse der Pflegeeinrichtungen ist groß, sagt Myneva-Chef Weisshaar. Er wünscht sich schnell Klarheit bei den Details. "Wir hinken in Deutschland hinterher." Andere Länder seien bei der Digitalisierung schon weiter. "Finnland ist ein Vorreiter", so Weisshaar, und auch Österreich habe schon früh mit der elektronischen Gesundheitsakte begonnen. Der Bundeskanzler im Nachbarland habe das zur Chefsache gemacht. 

Neben Geschwindigkeit vermisst Weisshaar die Abstimmung in Europa. Jedes Land koche sein eigenes Süppchen und erfinde das Rad neu. Er weiß das, weil etwa die Hälfte der rund 4.000 Myneva-Nutzer nicht in Deutschland, sondern in sieben anderen europäischen Ländern sitzen. Er wünscht sich eine Vereinheitlichung, doch die sei leider nicht in Sicht.

Myneva hat ein Whitepaper zu E-Health und Telematik verfasst, das kostenlos angefordert werden kann.

Thomas Hartung

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