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17. April 2024 | 07:00 Uhr
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Wie Domicil den Notruf einer Pflegefachkraft erklärt

Eine Pflegefachkraft hat am Montagabend in Berlin einen Polizeieinsatz ausgelöst, weil die Ablösung durch eine Zeitarbeiterin nicht kam und sie ihre Vorgesetzten nicht erreichen konnte. Der Vorfall im Domicil-Pflegeheim im Bezirk Lichtenberg macht nun bundesweit Schlagzeilen. Die Zentrale der Domicil Senioren-Residenzen Hamburg äußert sich gegenüber Care vor9 und spricht von einer "Verkettung ungünstiger Umstände".

Polizeiauto Nacht iStock Reinhard Krull.jpg

Polizei, Feuerwehr und Katastrophenschutz fuhren am Montagabend in der Domicil-Einrichtung Berlin-Lichtenberg vor

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"Die Pflegedienstplanung sah für diese Nacht vier Personen vor: eine Pflegefachkraft und drei Pflegehilfskräfte", heißt es in der Stellungnahme. Wegen eines EDV-Problems sei die Buchung einer Zeitarbeitskraft mit entsprechender Qualifikation nicht wie üblich per E-Mail verschickt worden. "Dieser Fehler hätte bemerkt werden müssen, ebenso wie das Ausbleiben einer Rückbestätigung durch die Leiharbeitnehmer-Vermittlung", räumt Domicil ein. 

Telefon nicht dabei und Akku leer

Obendrein seien an diesem Abend beide Vorgesetzte der Pflegefachkraft nicht erreichbar gewesen, "entweder weil das Diensttelefon nicht mitgeführt wurde oder weil der Akku des Telefons zu dieser späten Stunde entladen war und sich das Telefon abgeschaltet hatte". Angesichts der Verantwortung für 142 Bewohner habe die Mitarbeiterin richtig gehandelt und einen Notruf abgesetzt, nachdem sie vergeblich versucht hatte, die Pflegedienstleitung und die Einrichtungsleitung zu erreichen. 

"Polizei rückt in Seniorenheim an: Um 22.30 Uhr wählte die letzte Fachkraft den Notruf", schrieb Bild und auch viele andere Medien griffen die Meldung auf. Nach eineinhalb Stunden konnten Polizei, Feuerwehr und Katastrophenschutz wieder fahren, nachdem eine examinierte Pflegefachkraft von Domicil übernahm.

Künftig bis zum Vorstand alle erreichbar

"Wir bedauern zutiefst, dass es zu diesem Vorfall gekommen ist", schreibt die Domicil-Zentrale. Der Vorgang sei einmalig in der 20-jährigen Unternehmensgeschichte und solle sich nicht wiederholen. Man werde EDV-Planung und Notfallketten kritisch überprüfen, um sicherzustellen, dass "von der Pflegedienstleitung über die Einrichtungs- und Regionalleitung bis hin zur Geschäftsführung und zum operativen Vorstand jederzeit und von jedem Dienstzimmer aus eine Notfall-Erreichbarkeit gewährleistet ist".

Thomas Hartung

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