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5. Januar 2026 | 07:00 Uhr
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Tattoos erhöhen möglicherweise das Hautkrebsrisiko

Eine Studie der Universität Lund in Schweden deutet auf ein erhöhtes Risiko von schwarzem Hautkrebs (Melanom) durch Tattoos hin. Die untersuchte Gruppe mit Tattoos hatte ein um knapp 30 Prozent erhöhtes Risiko im Vergleich zu Nicht-Tätowierten. Die Forscher betonen, dass kein kausaler Zusammenhang belegt ist. Tattoos sind gerade unter Pflegekräften beliebt, einige Einrichtungen haben den Trend in letzter Zeit aufgegriffen und im Sinne der Mitarbeiterbindung Tattoo-Aktionen veranstaltet.

Die chemische Belastung durch die Pigmente könnte das Hautkrebsrisiko erhöhen

Bei der Untersuchung der Universität Lund handelt es sich um eine bevölkerungsbasierte Studie, die Personen mit und ohne Melanom vergleicht. Ziel war es, den Einfluss von Tätowierungen zu analysieren, unabhängig von bekannten Risikofaktoren wie UV-Strahlung oder Hauttyp.

Dazu wertete das Team Daten von 2.880 Teilnehmern aus, die zwischen 20 und 60 Jahren an einem Melanom erkrankt waren. Jeder Erkrankte wurde mit drei Personen gleichen Alters und Geschlechts ohne Hautkrebsdiagnose verglichen. Ergänzend erhoben die Forscher per Fragebogen Angaben zu Tattoos, Sonnenexposition und Solariumbesuchen.

22 Prozent der Melanom-Erkrankten waren tätowiert, in der Vergleichsgruppe lag der Anteil bei 20 Prozent. Nach statistischer Bereinigung zeigte sich ein um 29 Prozent erhöhtes relatives Risiko bei tätowierten Personen. Die Ergebnisse gelten auf Gruppenebene. Für einzelne Personen lasse sich daraus keine konkrete Risikoabschätzung ableiten, sagen die Wissenschaftler.

"Wir wissen noch zu wenig über die langfristigen gesundheitlichen Effekte von Tattoos", sagt Christel Nielsen, Epidemiologin an der Universität Lund. Weitere Studien seien nötig, um mögliche Ursachen zu klären.

Die chemische Belastung könnte das Hautkrebsrisiko erhöhen

Warum könnten Tattoo-Farben Hautkrebs hervorrufen? Sie sind für den Körper Fremdstoffe, die Pigmente werden von Immunzellen eingeschlossen und über das Lymphsystem transportiert. Das gilt besonders für sogenannte Azo-Pigmente, die sich unter UV-Strahlung in potenziell schädliche Stoffe zersetzen können. Diese chemische Belastung wird als möglicher Faktor diskutiert.

Der Markt für Tattoo-Farben wurde in der EU erst 2022 stärker reguliert. Kontrollen zeigen jedoch, dass einzelne Produkte weiterhin problematische Stoffe enthalten können.

Die Wissenschaftler wollen nun weiter untersuchen, ob Tattoos auch mit Autoimmunerkrankungen in Verbindung stehen könnten.

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