Warum die Diakonie Salem auf Fallbesprechungen setzt
Eigentlich ist es eine Binsenweisheit: Wenn es um praktisches Wissen geht, lernt man am besten aus Fehlern. Deshalb nimmt die Diakonie Stiftung Salem gerade ein wenig Abstand vom digitalen Lernen und setzt auf Fallbesprechungen. Beispiel: Expertenstandard Sturz. "Wenn ein Bewohner zum wiederholten Mal gestürzt ist, weil eine Mitarbeiterin vergessen hat, das Niederflurbett niedrig zu stellen, dann gehört das in eine Fallkonferenz", sagt der Leiter des Geschäftsbereichs Pflege, Carsten Wöhler (Foto).
Diakonie Stiftung Salem
Pflegebereichsleiter Carsten Wöhler erhofft sich durch die Fallbesprechungen mehr Wissenszuwachs als durch rein digitale Schulungen
Die Fallbesprechungen in den Pflegeeinrichtungen der Diakonie Stiftung Salem in Minden finden auf Wohnbereichsebene statt. Das hat den Vorteil, dass genau über die Dinge gesprochen wird, die sich in den einzelnen Bereichen dringend verbessern müssen. Die Probleme werden in der Fallbesprechung kurz und intensiv diskutiert und so nicht durch für das jeweilige Team weniger relevanten Aspekte verwässert.
Zehn bis 15 Minuten reichen, meint Wöhler. Wichtig ist aber, dass möglichst alle an dem Tag anwesenden Pflege- und Betreuungskräfte dabei sind. "Das empfiehlt sich auch, weil wir durch die neue Personalbemessung mit mehr Hilfskräften und Helfern arbeiten, die ebenfalls mit den Expertenstandards vertraut sein müssen."
Der Geschäftsbereichsleiter Pflege erhofft sich durch die Fallbesprechungen mehr Wissenszuwachs als durch rein digitale Schulungen. Weil sich alle gemeinsam einen Wissensstand erarbeiten, spricht Wöhler auch gern von "Schwarmwissen".
Kirsten Gaede