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30. Januar 2026 | 07:00 Uhr
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Helmut Wallrafen: In der Spülküche fand er zur Altenpflege

Helmut Wallrafen ist ein entspannter Typ, es muss nicht immer nach seiner Nase gehen: Der Geschäftsführer der Sozial-Holding der Stadt Mönchengladbach begleitet seine Ehefrau auf Robbie-Williams-Konzerte, liest schwerverdauliche Buchempfehlungen und hat als Jugendlicher in der Spülküche eines Altenheims mit angepackt. In unserem Fragebogen "Persönlich", der jeden Freitag in Care vor9 erscheint, erzählt der 70-Jährige außerdem, was er machen wird, wenn er in zwei Monaten in Rente geht.

Sozialholding Mönchengladbach Helmut Wallrafen GF Foto Sozialholding Mönchengladbach

Als er als Jugendlicher in der Spülküche eines Altenheims arbeitete, fand er's "richtig cool mit den Oldies", sagt Helmut Wallrafen   

Was war Ihr Traumberuf als Kind?
Feuerwehrmann

Wie sind Sie in die Altenpflege gekommen?
Durch meinen Vater, der mich als Elektromeister mit 16 Jahren mit ins Altenheim genommen hat. Er ist nach den Sanierungsarbeiten wieder weggefahren. Ich bin als Aushilfskraft zunächst in der Spülküche geblieben und fand's richtig cool mit den Oldies. Etwas später habe ich dann Zivildienst in der Altenpflege gemacht. 

Was lieben Sie an Ihrem Job?
Die Möglichkeit, Verantwortung zu tragen und mit Menschen etwas Sinnvolles gestalten zu können.

Was nervt Sie am meisten?
Das jahrzehntelange Gerede über Entbürokratisierung ohne, dass wirklich etwas geschieht. 

Ein Jahr Auszeit – was würden Sie machen?
Mit meiner Frau und unseren Katzen auf der Südinsel Neuseelands leben.

Wie schalten Sie ab?
Sport hilft mir und unsere tolle Nachbarschaft in dem Dorf, wo wir leben.

Welches Buch lesen Sie gerade?
"Unhaltbarkeit" von Ingolfur Blühdorn, das hat mir der Sozial- und Pflegeexperte Thomas Klie empfohlen, ist ein Sachbuch und schon recht anstrengende Kost. Ansonsten lese ich gern Mittelalter-Belletristik, Ken Follett und solchen Sachen, dabei kann ich gut abschalten. 

Welchen Film haben Sie zuletzt im Kino gesehen?
"Better Man", die Lebensgeschichte von Robbie Williams. Meine Frau mag seine Musik, wir waren auch schon in Manchester auf einem Konzert von ihm. Mir liegt Jazz mehr, da kommt sie dann aber auch mit.     

Ihr Lieblingsessen?
Selbstgemachte vegetarische Pizza.

Wohin geht’s im nächsten Urlaub?
Auf die Insel Madeira.

Wen würden Sie gerne mal treffen und warum?
Es gibt viele beeindruckende Menschen, die nicht in der Öffentlichkeit stehen und die mich positiv beeinflussen.

Wie und wo wollen Sie alt werden?
Was heißt für mich alt, wo ich jetzt 70 Jahre geworden bin und im März 2026 nach 36 Jahren meine derzeitige Tätigkeit beende? Ich werde die Branche wechseln und mich mit Nachhaltigkeit beschäftigen. Das täglich mit noch mehr Zeit für meinen Sport. Selbstbestimmt möchte ich mit meiner Familie so lange in unserem Dorf leben, wie es für sie geht. Ein Altenheim ist danach definitiv eine Alternative.

Helmut Wallrafen (70), geboren am Niederrhein in Elmpt, hat nach der Schule eine Altenpflegeausbildung absolviert und ist der Branche – auch während seines Soziologie- und Pädagogikstudiums – treu geblieben: Mit 25 hat er die Sozialstation und Tagespflege des "Pflegekollektivs" in Aachen mitgegründet, Anfang der 90er leitete er stellvertretend das Pflegereferat der Senatsverwaltung Berlin, anschließend wurde er Leiter des Amtes für Altenpflege in Mönchengladbach. Seit 30 Jahren ist er Geschäftsführer der Sozial-Holding der Stadt Mönchengladbach. Wallrafen ist verheiratet und hat zwei erwachsene Kinder.

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