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6. Februar 2026 | 07:00 Uhr
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Johannes Wimmer: Arzt mit Faible für die Pflege

Was macht ein Mediziner auf der Pro-Care-Messe in Hannover? Im Falle von Johannes Wimmer ist die Frage schnell beantwortet: Der TV-Arzt wird über die von ihm mitgegründete Lernplattform "Pflege-ABC" sprechen. Das digitale Angebot soll Angehörige unterstützen und letztlich Pflegefachkräfte entlasten. Wie kommt er dazu? Was treibt ihn an? In unserem Fragebogen "Persönlich" erzählt er, warum er die Praxis verlassen und sich fürs Fernsehen entschieden hat – aber auch, warum ihn gerade Barack Obama so fasziniert.

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Was war Ihr Traumberuf als Kind?
Ich wollte früher Pilot werden – große Maschine, große Freiheit.

Wie sind Sie zur Medizin und Moderation gekommen?
Zur Medizin bin ich gekommen, weil mich der menschliche Körper mehr fasziniert hat als jedes technische Gerät. Zur Moderation, weil ich gemerkt habe: Medizin nützt nur, wenn sie dort ankommt, wo sie verstanden wird – also raus aus dem Arztzimmer, rein in die Öffentlichkeit.

Was lieben Sie an Ihrem Job?
Ich liebe, dass ich Menschen helfen und ihnen gleichzeitig Angst nehmen kann. Und wenn jemand sagt: "Jetzt hab ich’s endlich verstanden", ist das für mich wie ein kleiner Applaus im Alltag.

Was nervt Sie am meisten?
Definitiv Bürokratie. Manchmal habe ich das Gefühl, die Formulare sind kränker als die Patienten – aber leider nicht abrechenbar.

Ein Jahr Auszeit – was würden Sie machen?
Ich würde mit meiner Familie losziehen, viel reisen, viel draußen sein - und vielleicht ein Buch schreiben, das keinen Abgabetermin hat. Einfach mal denken dürfen, ohne ständig auf die Uhr zu schauen.

Wie schalten Sie ab?
Am besten draußen, mit Bewegung und frischer Luft – alles, was nach "kein Bildschirm" aussieht. Und wenn es richtig gut läuft, vergesse ich dabei sogar, wo ich mein Handy hingelegt habe.

Welches Buch lesen Sie gerade?
Ich habe gerade "Factfulness" von Hans Rosling auf dem Nachttisch – ein Buch, das zeigt, dass die Welt oft besser ist, als wir denken. Tut gut, wenn der Nachrichtenstrom mal wieder das Gegenteil behauptet.

Welchen Film haben Sie zuletzt im Kino gesehen?
"Oppenheimer". Drei Stunden, nach denen man sich fragt: Was machen wir eigentlich mit all dem Wissen, das wir haben? Kein leichter Popcorn-Abend, aber ein sehr beeindruckender.

Ihr Lieblingsessen?
Frikadellen mit Sauerkraut, Apfelmus und Kartoffelpüree – aber nur von meiner Mutter. Alles andere ist maximal "auch ganz lecker", aber nicht dasselbe Universum.

Wohin geht’s im nächsten Urlaub?
Wahrscheinlich irgendwohin mit Meer. Wasser, Wind, ein Handtuch auf dem Boden – und wenn es richtig gut läuft, weiß nach drei Tagen keiner mehr, welcher Wochentag ist.

Wen würden Sie gerne mal treffen und warum?
Barack Obama würde ich gern mal auf einen Kaffee treffen. Ein Mensch, der Ruhe, Humor und Nachdenklichkeit kombiniert – das ist in Zeiten von Dauershow und Lautstärke ziemlich erfrischend.

Wie und wo wollen Sie alt werden?
In einem Haus mit Blick aufs Wasser, mit Menschen um mich herum, die mich schon lange kennen – und mich trotzdem noch sehen wollen. Und wenn dann noch jemand Frikadellen nach Mamas Art kocht, habe ich alles richtig gemacht.

Johannes Wimmer, 1983 in Hamburg geboren, studierte Humanmedizin in Marburg und Lübeck und wurde als TV-Arzt und Moderator bekannt, unter anderem durch das NDR-Magazin "Visite" und sein eigenes Format "Dr. Wimmer – Wissen ist die beste Medizin". Außerdem hat er mehrere Ratgeber, etwa "Medizin – Endlich verständlich. Wissen, auf das keiner verzichten sollte", geschrieben. Um Angehörige zu stärken hat er die digitale Lern- und Unterstützungsplattform Pflege ABC mitgegründet. Sie soll am Ende auch professionelle Pflegekräfte entlasten. Wimmer ist verheiratet und hat drei Kinder.  

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