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20. März 2026 | 07:00 Uhr
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Was Verdi-Frau Sylvia Bühler an "Extrawurst" mag

Aktuell produziert Verdi mit Streiks im öffentlichen Dienst Schlagzeilen. In der Pflege sind diese eher selten. Hier macht Sylvia Bühler (Foto) auf andere Weise Druck, um die Arbeitsbedingungen zu verbessern. Eigentlich wollte die Gewerkschafterin Tierpflegerin werden, wie sie im Care-vor9-Fragebogen "Persönlich" erzählt. Lachen kann die Vegetarierin über den Kinofilm "Extrawurst" und Kabarettist Till Reiners, den sie gerne mal treffen würde.

Verdi Sylvia Bühler Vorstandsmitglied Foto Kay Herschelmann

Verdi-Gewerkschaftssekretärin Sylvia Bühler mag indische Küche und wollte als Kind Tierpflegerin werden

Was war Ihr Traumberuf als Kind? 
Tiere haben mich immer fasziniert, deshalb habe ich mir vorgestellt, dass Tierpflegerin ein schöner Beruf sein müsste.

Wie sind Sie ins Gesundheitswesen gekommen?
Nach dem Abi machte ich ein Praktikum in einem evangelischen Altenheim und arbeitete einige Monate als Krankenpflegehelferin in der Uniklinik Mannheim. Danach studierte ich Sozialarbeit. Schon während meines Studiums war ich in der Gewerkschaft aktiv und nach spannenden Berufsjahren als Sozialarbeiterin in verschiedenen Arbeitsfeldern entschied ich, mein Ehrenamt zum Beruf zu machen, und wurde Gewerkschaftssekretärin. Mit meinen Erfahrungen lag es nahe, dass ich schließlich für das Gesundheits- und Sozialwesen zuständig wurde.

Was lieben Sie an Ihrem Job?
Als Gewerkschaft können wir konkret dazu beitragen, die Arbeitsbedingungen der Beschäftigten zu verbessern. Gerade in der Altenpflege und im Gesundheitswesen gibt es noch viel zu tun. Doch wir haben aber auch Erfolge erzielt, dank engagierter Kolleginnen und Kollegen, die sich in Verdi zusammenschließen und sich gemeinsam für ihre Interessen starkmachen. Ich muss mir nie die Sinnfrage stellen.

Was nervt Sie am meisten?
Bei Tarifauseinandersetzungen stoßen gute Argumente oft an ihre Grenzen. Am Ende müssen wir fast immer Druck machen, um die Arbeitgeber zu einem fairen Tarifabschluss zu bewegen. Dabei müssten sie doch selbst ein Interesse daran haben, junge Menschen für die Arbeit im Gesundheitswesen zu begeistern und die Beschäftigten im Beruf zu halten. Aktuell empören mich Äußerungen des Bundeskanzlers, der das Arbeitszeitgesetz am liebsten abschaffen würde.

Ein Jahr Auszeit – was würden Sie machen?
Ich würde vermutlich eine längere Reise machen. Ich liebe es, meinen Horizont zu erweitern. Außerdem würde ich endlich wieder mehr Zeit in der Eifel verbringen, wo ich seit mehr als 20 Jahren ein Häuschen in einem kleinen Dorf habe. Ein wunderbarer Kontrast zu Berlin.

Wie schalten Sie ab?
Ich lese sehr gerne, gehe so oft es geht spazieren und, wenn es die Zeit erlaubt, wandern.  

Welches Buch lesen Sie gerade?
Ein sehr aufwühlendes: "Das Lied des Propheten" von Paul Lynch. 

Welchen Film haben Sie zuletzt im Kino gesehen?
Ich war in "Extrawurst". Es hat mir sehr gefallen, wie der Film die Themen kulturelle und religiöse Unterschiede sowie unser gesellschaftliches Zusammenleben augenzwinkernd aufgegriffen hat.

Ihr Lieblingsessen?
Ich bin seit meinem 16. Lebensjahr Vegetarierin und die indische Küche begeistert mich sehr. Als ich das erste Mal in Indien war, war das eine Offenbarung.

Wohin geht’s im nächsten Urlaub?
Ich bin noch nicht entschieden, aber nach zwei Jahren Erlebnisreisen möchte ich es diesmal wieder gemütlich angehen lassen. Teneriffa ist in der engeren Wahl.

Wen würden Sie gerne mal treffen und warum?
Ich habe ganz unterschiedliche Interessen. Igor Levit – ein großartiger Pianist und politischer Mensch. Aber auch Till Reiners würde ich gerne kennenlernen. Ich mag den Humor des Kabarettisten sehr, auch wenn einem das Lachen manchmal im Hals stecken bleibt.

Wie und wo wollen Sie alt werden?
Das ist eine schwierige Frage. Natürlich möchte ich wie wohl alle Menschen vor allem gesund bleiben. Aber ob ich in Berlin bleibe, wenn ich nicht mehr arbeite, weiß ich noch nicht. 

Sylvia Bühler ist seit 2013 Mitglied des Bundesvorstands der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi. Sie leitet den Fachbereich Gesundheit, Soziale Dienste, Bildung und Wissenschaft. Sie hat Sozialarbeit studiert und bei verschiedenen Trägern gearbeitet, bevor sie 1993 Gewerkschaftssekretärin wurde. Bühler ist Mitglied der Pflegekommission, stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende der Sana Kliniken und seit Mai 2024 auch als Aufsichtsratsmitglied von Korian Deutschland gewählt.

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