Teure Mieten bremsen Pflegepersonal in Nordrhein-Westfalen
Die Pflegekammer Nordrhein-Westfalen warnt, dass Wohnungen für Pflegefachkräfte in vielen Städten kaum noch bezahlbar sind. Besonders betroffen seien Regionen, in denen gleichzeitig viele Beschäftigte in den Ruhestand gehen. Präsidentin Sandra Postel fordert deshalb mehr bezahlbaren Wohnraum für Pflegekräfte. Besonders kritisch ist die Lage laut einer Analyse in Leverkusen und in den Kreisen Neuss, Warendorf und Steinfurt.
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In der Industriestadt Leverkusen sind die Mieten in den vergangenen fünf Jahren um 18 Prozent gestiegen
Die Auswertung der Redaktion Correctiv vergleicht Durchschnittsgehälter von Pflegefachpersonen mit den aktuellen Mietpreisen in nordrhein-westfälischen Städten und Kreisen. In Leverkusen legten sie laut Immowelt in fünf Jahren um rund 18 Prozent zu. Außerdem werden dort in den kommenden Jahren rund 38 Prozent der Beschäftigten aus dem Beruf ausscheiden, während nur etwa zehn Prozent neue Fachkräfte nachrücken.
Postel erinnert daran, dass etwa Krankenhäuser früher häufig Wohnheime für Beschäftigte bereitstellten. Viele dieser Angebote seien inzwischen verschwunden. Kommunen müssten deshalb wieder stärker für bezahlbaren Wohnraum sorgen, um Fachkräfte zu gewinnen und die Pflegeversorgung zu sichern.