Wie Arbeitgeber Gesundheitsangebote organisieren können
Angesichts der hohen Krankenstände beginnen auch Pflegebetreiber mehr über das Thema betriebliches Gesundheitsmanagement nachzudenken, die in dieser Angelegenheit wenig aktiv waren. Doch wie geht man das Thema an? Wie organisiert man Entspannungskurse und ähnliche Angebote? Wie hoch ist der Aufwand? Um es kurz zu fassen: es ist relativ einfach.
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Entspannungskurse und ähnliche Angebote lassen sich am besten über die großen Krankenkassen organisieren
Wer als Pflegeanbieter klassische BGM-Angebote wie Rückentraining, Entspannungskurse oder Stressprävention einführen will, muss dafür in der Regel keine eigene Infrastruktur aufbauen. Der pragmatische Weg führt oft über eine Krankenkasse. Anbieter wie AOK oder Barmer organisieren solche Maßnahmen häufig direkt im Betrieb oder vermitteln passende Formate. Das Angebot kann dann allen interessierten Beschäftigten offenstehen – unabhängig davon, bei welcher Kasse sie versichert sind. Für den Arbeitgeber entsteht dadurch meist nur geringer organisatorischer Aufwand, oft sogar ohne eigene Kosten.
Entspannungskurse können das Wohlbefinden kurzfristig deutlich steigern
Dass diese sogenannte Verhaltensprävention sinnvoll ist, hat vor zehn Jahren schon der heutige CSU-Fraktionsvorsitzende Klaus Holetschek gezeigt – damals, als er noch Vorsitzender des Bayerischen Heilbäder-Verbandes war, sagt Joachim Görtz vom Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste (BPA) in Bayern. "Er organisierte mit uns, dem BPA Bayern, für 120 Mitarbeitende der Altenpflege einen fünftägigen Aufenthalt in Bad Reichenhall und ließ das Ganze wissenschaftlich begleiten. Da gab es Rückengymnastik, Psychoedukation, Schlafhygiene und so weiter und so fort."
Obwohl das Ganze nur über einen kleinen Zeitraum lief, hätten die Mitarbeiter danach schon deutlich bessere Werte beim Wohlbefinden gezeigt. "Es reduzierten sich auch die Krankheitstage. Für eine anhaltende Wirkung wäre dann aber noch die Verhältnisprävention nötig gewesen", so Görtz. Bei der Verhältnisprävention geht es darum, günstigere Arbeitsverhältnisse zu schaffen etwa durch ein strukturiertes Ausfallmanagement.