Erst rund die Hälfte der Pflegeeinrichtungen nutzen KIM
Die Anbindung der Pflege an die Telematikinfrastruktur (TI) macht Fortschritte, bei der verschlüsselten E-Mail-Kommunikation KIM hinkt die Altenpflegebranche allerdings noch hinterher. Nach Angaben der Gematik verfügen inzwischen knapp die Hälfte der Pflegeeinrichtungen über eine KIM-Adresse. Gleichzeitig hat die Organisation eine neue Handreichung veröffentlicht, die Einrichtungen Schritt für Schritt bei der Einführung von KIM unterstützen soll.
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Rund 85 Prozent der Pflegeeinrichtungen eine Institutionskarte (SMC-B) beantragt haben. Das heißt aber noch lange nicht, dass sie alle TI-ready sind
Die Gematik geht davon aus, dass rund 85 Prozent der Pflegeeinrichtungen eine Institutionskarte (SMC-B) beantragt haben. Knapp 50 Prozent verfügen nach ihren Angaben über eine KIM-Adresse (Stand: Juli 2026). Allerdings weist die Gematik selbst darauf hin, dass die Anbindung an die Telematikinfrastruktur unterschiedlich definiert werden kann.
Auch Martin Saß vom Bundesverband Gesundheits-IT (BVITG) sieht die Entwicklung positiv, bewertet die Zahlen jedoch zurückhaltender. Die Beantragung einer SMC-B-Karte bedeute noch nicht, dass eine Einrichtung tatsächlich an die TI angebunden sei. Erst wenn die Einrichtungen auch im Verzeichnisdienst (VZD) registriert seien, könne von einer funktionierenden Anbindung gesprochen werden. Nach den zuletzt veröffentlichten Zahlen lag dieser Anteil bei rund 60 Prozent.
Gematik rät zu schrittweiser Einführung von KIM
Parallel dazu hat die Gematik eine Handreichung zur Einführung von KIM veröffentlicht. Sie erläutert, wie Pflegeeinrichtungen den verschlüsselten E-Mail-Dienst einrichten und in den Regelbetrieb überführen können. Außerdem zeigt sie anhand von Praxisbeispielen, wie sich KIM etwa für den Austausch mit Haus- und Fachärzten, Kliniken oder künftig auch Reha-Einrichtungen nutzen lässt. Ergänzt wird der Leitfaden durch Hinweise zur Einrichtung der Postfächer und Erfahrungsberichte aus der Praxis.
Kirsten Gaede