Sechs Grad können eine sechsstellige Summe kosten. Weil einige Zimmer des geplanten Pflegeheims Park-Oase nach Norden gezeigt hätten, musste die Diakonie Michaelshoven nach einer Vorgabe des Landschaftsverbands Rheinland ihre Planung entsprechend drehen. Drei Monate Verzögerung inklusive. Besonders pikant: Die betreffende Vorschrift wurde inzwischen gestrichen – unter anderem, weil eine Nordlage angesichts heißer Sommer Vorteile bieten kann.
Es ist nur eines von vielen Beispielen, die der Kölner Stadt-Anzeiger zusammengetragen hat. Bauordnungen, Hygienevorschriften, DIN-Normen, Dokumentationspflichten und Personalvorgaben summieren sich zu einem komplexen Regelwerk. Hinzu kommen, wie jeder Betreiber weiß, hohe Tariflöhne und Investitionskosten. Fast neun von zehn Euro des Jahresbudgets eines Pflegeheims fließen laut Artikel in Personalkosten.
Am Beispiel der neuen Park-Oase wird die Größenordnung sichtbar: Ein Platz für einen Bewohner mit Pflegegrad 3 soll monatlich 6.770 Euro kosten. Diakonie-Vorstand Uwe Ufer glaubt, dass sich durch weniger Vorgaben ein Drittel der Kosten einsparen ließe.
