News für das Pflegemanagement

Pflegekammer geht gegen fachfremde Aufgaben vor

Mehr als 50 Fälle fachfremder Tätigkeiten haben Pflegefachpersonen seit dem Start der Aktion #nichtdeinjob bei der Pflegekammer NRW gemeldet. Genannt werden zum Beispiel Essensausgabe, Reinigungsarbeiten, Transporte und sogar die Organisation eines Stationsumzugs.

Die Meldungen stammen nach Angaben der Pflegekammer aus unterschiedlichen Einrichtungen und von verschiedenen Trägern in Nordrhein-Westfalen. Dabei geht es nicht um gelegentliche Hilfe bei Engpässen, sondern um Tätigkeiten, die Pflegefachpersonen regelmäßig oder dauerhaft zusätzlich übernehmen sollen.

Gemeldet wurden unter anderem das Auffüllen und Abräumen von Geschirr und Getränken, die Reinigung von Lager- und Stationsbereichen sowie Transport- und Organisationsaufgaben. In einem Krankenhaus sei die Ausgabe von Essen samt Abräumen und Vorbereitung des Abendessens als fester Arbeitsablauf für Pflegefachpersonen vorgesehen. In einem anderen Fall sollte die Pflege einen Stationsumzug organisieren.

Kammer sieht Fehlanreize durch Pflegebudget in Krankenhäusern

Die Pflegekammer bringt die Entwicklung mit dem 2020 eingeführten Pflegebudget in Verbindung. Nach ihrer Darstellung sparen Kliniken teilweise Service- und Hilfspersonal ein und verlagern dessen Aufgaben auf Pflegefachpersonen. Kammerpräsidentin Sandra Postel spricht von einem Missbrauch des Pflegebudgets. Dieses sei für die pflegerische Versorgung am Bett vorgesehen.

Entscheidend sei die Dauerhaftigkeit. Eine einmalige Unterstützung in einer akuten Situation bewertet die Kammer nicht als Problem. Berufsrechtlich relevant könne es dagegen werden, wenn Pflegefachpersonen regelmäßig Tätigkeiten ohne pflegerischen Bezug übernehmen müssten.