Behalten Sie Pantoprazol im Blick – Tipp einer Apothekerin
Pantoprazol wird vor allem nach orthopädischen Operationen häufig als Magenschutz zusammen mit bestimmten Schmerzmitteln wie Diclofenac verordnet. Doch das Medikament, das zur Gruppe der Protonenpumpenhemmer zählt, bleibt nach Beobachtung der Apothekerin und Geriatrie-Expertin Mechthild Hagedorn oft jahrelang auf dem Medikationsplan – obwohl der ursprüngliche Anlass längst entfallen ist. Sie empfiehlt Pflegekräften deshalb, ein waches Auge auf Pantoprazol zu halten.
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Mechthild Hagedorn hat ein Buch über den sicheren Umgang mit Medikamenten geschrieben, das sich ausdrücklich an Pflegefachkräfte in der Altenpflege wendet
Ein Sturz, ein Oberschenkelhalsbruch, eine Operation: Für viele ältere Menschen beginnt damit eine typische Behandlung. Gegen die Schmerzen erhalten sie Diclofenac. Weil das Schmerzmittel Magengeschwüre hervorrufen kann, erhalten sie zum Schutz zusätzlich Pantoprazol. Soweit ist die Verordnung sinnvoll. Problematisch wird es, wenn das Schmerzmittel später abgesetzt wird, der Magenschutz aber bleibt.
Genau das erlebt die Apothekerin und Expertin für geriatrische Pharmazie Mechthild Hagedorn immer wieder. Sie schildert den Fall einer Bewohnerin, die nach einer Hüftoperation Diclofenac und Pantoprazol erhielt. Als sich ihr Zustand besserte, setzte der Arzt das Schmerzmittel ab. "Aber nicht das Pantoprazol", so Hagedorn.
Pantoprazol kann Osteoporose begünstigen
Gerade in Pflegeeinrichtungen werde der Protonenpumpenhemmer häufig über Jahre weiter verordnet, obwohl der ursprüngliche Anlass längst entfallen ist. Eine unnötige Langzeiteinnahme kann jedoch unerwünschte Wirkungen haben. Der Wirkstoff kann den Knochenstoffwechsel beeinträchtigen und die Entstehung einer Osteoporose begünstigen. Das ist nun gerade nicht erwünscht bei Patienten, die bereits einen Knochenbruch hinter sich und ohnehin ein erhöhtes Sturzrisiko haben.
Pflegekräfte sollten deshalb Pantoprazol besonders im Blick behalten. Ihr Rat: Den Medikationsplan regelmäßig durchgehen und sich bei jedem Arzneimittel fragen, warum der Bewohner es erhält und ob sich die Verordnung einer aktuellen Diagnose oder Behandlung zuordnen lässt. Ist kein offensichtlicher Grund mehr erkennbar, ist es ratsam den behandelnden Arzt darauf anzusprechen.
Pflegefachkräfte sind nicht verpflichtet, jede Medikation im Detail zu überprüfen, dafür fehlt meistens auch die Zeit. Dennoch lohnt es sich, so Hagedorn, gerade bei Pantoprazol ein genauer Blick. Nach ihrer Erfahrung gehört es zu den Medikamenten, die Ärzte besonders häufig vergessen, wieder abzusetzen.