Farbige Wände heben die Stimmung und bieten Orientierung
Richtig eingesetzt können Farben in Pflegeeinrichtungen beruhigen, Orientierung schaffen und die Identifikation mit dem eigenen Wohnbereich stärken, sagt Sarai Metten (Foto) vom Design Studio von Telluride Architektur. Doch von einer Hauptsache-Bunt-Gestaltung rät sie ab. Entscheidend sei ein Farb- und Materialkonzept, das zum Ort passt und Bewohner nicht mit zu vielen Reizen überfordert.
Florian Reimann
Sarai Metten rät zu kräftigen Naturgrüntönen, Blau und Ocker- und Gelbtönen
Für Sarai Metten beginnt die Farbgestaltung einer Pflegeeinrichtung oft mit der Frage nach ihrer Umgebung. An der Nordsee könne ein anderes Konzept passen als in Bayern. Regionale Bezüge geben einem Haus Identität und verhindern, dass Farben willkürlich eingesetzt werden. In Hamburg können beispielsweise Alster oder Elbe ein Thema liefern, in Landsberg der Lech. Auch lokale Künstler und Galerien lassen sich einbeziehen.
Farben helfen auch bei der Orientierung. Verschiedene Flügel oder Wohnbereiche können leicht abgewandelte Farbwelten erhalten – etwa eine grüne und eine blaue Station. Dabei rät Metten zu Zurückhaltung. Kräftige Naturgrüntöne und Blau wirken eher beruhigend, Ocker- und Gelbtöne sind ebenfalls empfehlenswert. Rot und Orange können dagegen Unruhe fördern.
Wichtig sei, Räume nicht mit unterschiedlichen Farbwelten zu überladen. Statt Rot, Blau und Gelb miteinander zu kombinieren, empfiehlt Metten eine Grundfarbe in verschiedenen Abstufungen. Dazu passen natürliche Materialien und sichtbare Holzoptiken. So entsteht ein Umfeld, das Orientierung bietet und zugleich wohnlicher wirkt. Auch Böden in realistischer Holzoptik ließen sich heute zu Preisen einsetzen, die kaum über denen klassischer PVC-Beläge lägen, sagt Metten.