News für das Pflegemanagement

KI soll Pflegekräfte bei der Medikamentenversorgung entlasten

Weniger Rückfragen bei Apotheken und mehr Überblick über Rezepte und Medikationspläne: Das Berliner Unternehmen Hellomed will mit seiner Software Hellomed OS Pflegeheime und ambulante Dienste entlasten. Neue KI-Agenten automatisieren die Dokumentenbearbeitung in den Partner-Apotheken. Die Software kostet ab 50 Cent pro Patient und Woche, weitere Leistungen kommen hinzu.

Rezepte anfordern, Medikationspläne abgleichen und bei Apotheken nachfragen: Die Arzneimittelversorgung kostet Pflegekräfte viel Zeit. Das Berliner Unternehmen Hellomed will diese Abläufe mit seiner Software Hellomed OS vereinfachen. Neu sind KI-Agenten, die eingehende Dokumente in den Partner-Apotheken automatisch bearbeiten.

Die KI erkennt Rezepte, Medikationspläne und andere Formulare, trennt Sammeldokumente nach Patienten und gleicht die Angaben mit den Patientendaten ab. Nach Unternehmensangaben erreicht die automatische Zuordnung eine Genauigkeit von 97 Prozent. Ein Pharmazeut prüft weiterhin jedes Dokument und gibt die Übernahme ins System frei. Bei Unklarheiten stoppt die KI die Bearbeitung.

Weniger Rückfragen für Pflegekräfte

Für Pflegeeinrichtungen liegt der Nutzen vor allem in der schnelleren Bearbeitung und besseren Übersicht. Über Hellomed OS sehen Pflegekräfte denselben Stand bei Rezepten und Medikationsplänen wie die Apotheke. Das soll telefonische Rückfragen reduzieren und Übertragungsfehler bei Wirkstoffen, Dosierungen und Patientenzuordnungen vermeiden.

Ein Beispiel: Nach einer Arztvisite schickt ein Pflegeheim ein Sammelfax mit Unterlagen mehrerer Bewohner. Bisher musste die Apotheke die Dokumente einzeln zuordnen. Die KI erledigt die Trennung laut Hellomed innerhalb von maximal 15 Sekunden pro Patient. "Jede Stunde, die nicht für das Sortieren von Faxen draufgeht, kann in eine bessere Versorgung investiert werden", sagt Geschäftsführer Enrico Bernardo. Nach Unternehmensberechnungen spart die Automatisierung rund 134 Arbeitsstunden monatlich je 1.000 versorgte Patienten – vor allem in der Apotheke.

Kosten ab 50 Cent pro Patient und Woche

Hellomed OS kostet regulär einen Euro pro Patient und Woche. In Kombination mit weiteren Leistungen wie automatisierter Rezeptbeschaffung, Verblisterung und Medikamentenlieferung sinkt der Softwarepreis laut Unternehmen auf bis zu 50 Cent. Die zusätzlichen Leistungen werden gesondert berechnet.

Pflegeeinrichtungen erhalten die Software im Rahmen der Zusammenarbeit mit Hellomed und seinen Partner-Apotheken. Nach Unternehmensangaben nutzen bereits mehr als 150 Standorte das System. Bis Jahresende sollen es 200 werden.

Für November kündigt Hellomed einen weiteren KI-Agenten an, der Medikationspläne automatisch auslesen und in ein einheitliches Format übertragen soll.