Warnung vor leichtfertigem Umgang mit Ibuprofen
Apothekerin Mechthild Hagedorn beobachtet: Sitzen Freunde beisammen und einer sieht etwas blass aus, klagt über Mattigkeit und Kopfschmerzen - garantiert fragt jemand am Tisch: "Willst du eine Ibu?" Doch die Expertin für geriatrische Pharmazie warnt davor, Ibuprofen, das entzündungshemmend, schmerzstillend und fiebersenkend wirkt, wie ein harmloses Alltagsmittel einzusetzen.
Jens Schünemann
Ibuprofen ist eines der beliebtesten Schmerzmittel in Deutschland
Vor der Einnahme sollte man immer prüfen, ob Gegenanzeigen vorliegen – bei sich selbst, bei Freunden und erst recht bei Bewohnern. Besondere Vorsicht gilt etwa bei schweren Leber- oder Nierenfunktionsstörungen, Herzinsuffizienz, Blutungsrisiken, bestimmten Asthma- und Allergieformen sowie im letzten Schwangerschaftsdrittel. Wer Ibuprofen häufiger oder höher dosiert nimmt, sollte Nutzen und Risiken besonders sorgfältig abwägen, so Hagedorn.
Ibuprofen kann Schmerzen und Entzündungen wirksam lindern, ist aber kein Medikament ohne Risiken. Die Apothekerin warnt vor allem vor dem reflexhaften Griff zur Tablette, etwa um trotz Beschwerden noch einen Dienst durchzustehen. Bei gelegentlicher Einnahme in niedriger Dosierung und ohne Gegenanzeigen sei das etwas anderes als eine häufige oder hoch dosierte Anwendung. Dann müsse genauer geprüft werden, zu welchem Menschen, zu welchen Begleiterkrankungen und zu welchen anderen Medikamenten Ibuprofen passt.
Es lohne sich auch, Alternativen zu bedenken, so die Apothekerin: Bei Menstruationsbeschwerden etwa können je nach Situation auch andere Wirkstoffe wie das krampflösende Buscopan Plus oder nicht-medikamentöse Maßnahmen wie Wärme infrage kommen – allerdings ebenfalls nicht ohne Blick auf mögliche Gegenanzeigen.