Münchenstift bringt Primary Nursing in den Routinebetrieb
Primary Nursing ist selbst in Kliniken noch eher selten – in der Altenpflege erst recht. Viele Projekte kommen über die Erprobung nicht hinaus. Bei Münchenstift soll das Modell nun dauerhaft in alle neun Häuser kommen. Vier Einrichtungen arbeiten bereits damit, fünf befinden sich in der Umstellung. Beim Primary Nursing trägt eine Pflegefachkraft dauerhaft die Verantwortung für eine feste Gruppe von Bewohnern und nicht nur für einzelne Aufgaben einer Schicht.
Münchenstift
Die ersten Primary Nurses im Münchenstift
Für bis zu zwölf Bewohnern soll eine Primary Nurse verantwortlich sein. Sie ermittelt den Pflegebedarf, macht die Pflegeplanung, überprüft die Ergebnisse und bleibt fester Ansprechpartner für Bewohner, Angehörige und das eigene Team.
Damit unterscheidet sich das Modell von der klassischen Bezugspflege. Dort wechselt die Verantwortung von Schicht zu Schicht. Beim Primary Nursing bleibt sie bei einer klar benannten Fachkraft. Gleichzeitig hat Münchenstift damit eine zusätzliche Führungsebene geschaffen: Die Primary Nurses führen kleine Teams, treffen Entscheidungen eigenständig und steuern den Pflegealltag unmittelbar.
Statt "Wohnbereich 3" heißt es jetzt "Die Gruppe von Frau Müller"
Münchenstift verspricht sich davon mehr Kontinuität für die Bewohner und attraktivere Aufgaben für Pflegefachkräfte. Prokurist Predrag Savic spricht von kürzeren Entscheidungswegen und mehr Verantwortung. Statt "Wohnbereich 3" soll für Bewohner stärker die persönliche Zuordnung zählen – etwa die "Gruppe von Frau Müller".
In vier der neun Münchenstift-Häuser ist Primary Nursing inzwischen fest etabliert. Die übrigen fünf haben mit der Umstellung begonnen. Bis 2027 soll das Modell im gesamten Unternehmen eingeführt sein.