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8. August 2026 | 21:28 Uhr
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Zieglersche erlebt Digitalisierungsschub in Hauswirtschaft

Ohne die Hauswirtschaft läuft gar nichts in Pflegeheimen. Doch geht's um Digitalisierung, fällt sie oft unter den Tisch, da stehen dann Verwaltung und Pflege im Mittelpunkt. Doch die Zieglersche in Baden-Württemberg berichtet nun ausführlich, was ihr die Digitalisierung der Hauswirtschaft in ihren 25 Seniorenzentren gebracht hat: automatische Temperaturmessungen für Speisen und Kühleinrichtungen und Reinigungsroboter, die große Flächen übernehmen. Das spart Papier und Zeit – und entlastet die Reinigungskräfte auch körperlich.

Im Seniorenzentrum Aitrach nahe Memmingen der Zieglerschen misst die Hauswirtschaftsleiterin die Temperatur der Tomatensuppe

Besonders deutlich wird der Nutzen bei der Essensversorgung. Die Zentralküche in Wilhelmsdorf produziert im Cook-and-Chill-Verfahren wöchentlich rund 17.500 Mittagessen sowie Frühstück und Abendessen. Vom Einkauf bis zur Auslieferung sind die Abläufe nach Angaben des Unternehmens digitalisiert. Temperaturen in Kühlhäusern und Kühlzellen werden automatisch überwacht. Bei Überschreitung der Grenzwerte erhalten Mitarbeiter eine Nachricht per E-Mail.

Auch in den Einrichtungen selbst müssen die Temperaturen der einzelnen Speisekomponenten vor der Ausgabe kontrolliert und dokumentiert werden. Im Seniorenzentrum Aitrach geschieht das inzwischen mit einem Thermometer, das direkt mit einer App auf dem Diensthandy verbunden ist. Die Messwerte müssen nicht mehr auf Papier übertragen werden. Das spart Zeit, sei aber auch ein Sicherheitsgewinn, so Hauswirtschaftsleiterin Svetlana Babusko: Übertragungsfehler werden vermieden, die Werte sind direkt gespeichert. Ähnlich funktioniert die automatische Überwachung von Kühlschränken und Kühlräumen. Eine offenstehende Tür lässt sich dadurch schneller erkennen.

Roboter putzen die großen Flächen

Noch unmittelbarer zeigt sich die körperliche Entlastung bei der Reinigung. Inzwischen arbeiten in allen 25 Seniorenzentren Reinigungsroboter. Sie saugen oder wischen vor allem größere Flächen in Fluren und Aufenthaltsbereichen. Ecken und schwer zugängliche Stellen bleiben Aufgabe der Reinigungskräfte. Im Seniorenzentrum Aitrach ist ein solcher Roboter seit Dezember 2025 im Einsatz. Einrichtungsleiterin Slavica Tillich beteuert, dass er keine Mitarbeiter ersetzt. Er macht die Arbeit aber rückenschonender. Ganz wartungsfrei ist der digitale Kollege allerdings nicht: Nach den Einsätzen muss er gereinigt, gepflegt und regelmäßig gewartet werden.

Die Zieglerschen haben vor der flächendeckenden Einführung nach eigenen Angaben etwa ein Jahr lang verschiedene Modelle getestet und Erfahrungen anderer Einrichtungen ausgewertet. Anfangs habe es teilweise Vorbehalte und Sorgen um Arbeitsplätze gegeben. Häuser, die die Technik offen ausprobierten, hätten jedoch schnell den Nutzen erkannt.

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