News für das Pflegemanagement

Roland Weigel, ein wandelndes Pflegepolitik-Lexikon

Er ist das Gesicht der Ruhrgebietskonferenz Pflege und kann über Pflegepolitik so versessen diskutieren wie es nur ein Fußballfan vermag. Und das ist er auch, wie im Care-vor9-Fragebogen Persönlich schnell deutlich wird: Ein FC-Schalke-Anhänger, der in Block S 6 in der Veltins Arena Zerstreuung findet und den Trainer des Vereins für eine der einflussreichsten Persönlichkeiten des Ruhrgebiets hält.

Was war Ihr Traumberuf als Kind?
Fußballprofi beim FC Schalke 04 – davon war ich aber Lichtjahre entfernt.

Wie sind Sie in die Altenpflege gekommen?
Über Trude Unruh und die „Grauen Panther“, für die ich ein Bildungswerk aufbauen durfte und wo wir Seminare mit dem Titel „Neue Wege in sozialen Berufen“ angeboten haben. Darin haben wir viele Existenzgründer beraten und begleitet, die sich in der „alternativen“ ambulanten Pflege selbstständig machen wollten. Danach wurde ich selber mit Konkret Consult Ruhr zum Existenzgründer. Wir haben dann ab 1993 zahlreiche Unternehmen in die Selbstständigkeit geführt. Später ist dann noch viel mehr dazu gekommen. Immerhin gibt es KCR jetzt seit 33 Jahren.

Was lieben Sie an Ihrem Job?
Die gegenseitige Wertschätzung und die persönliche Zusammenarbeit mit den „etwas anderen“ Führungskräften und Entscheidern aus der Pflege. Ich habe das Glück, mit vielen aufrichtigen und netten Menschen zusammenarbeiten zu können. Ich liebe Netzwerkarbeit mit offenen und kooperativen Persönlichkeiten. Und davon gibt es in der Pflege viele!

Was nervt Sie am meisten?
Ich kann Illoyalität, Unaufrichtigkeit, Unzuverlässigkeit und Egoismus nicht leiden. Das ist mir leider in 33 Jahren Selbstständigkeit auch begegnet. Außerdem nervt mich, dass Pflege nicht als Wirtschaftsfaktor wahrgenommen wird. Wir könnten so viel mehr mitgestalten, wenn man uns einbeziehen würde. Das fängt bei der Gesundheitspolitik an und hört bei der Stadtentwicklung noch lange nicht auf.  

Ein Jahr Auszeit – was würden Sie machen?
Die Frage kann ich wirklich nicht beantworten. Ich habe das große Glück, mit meiner Art zu arbeiten und in Netzwerken unterwegs zu sein, keine „klassische“ Abgrenzung von Arbeit und Freizeit organisieren zu müssen – und zu wollen.

Wie schalten Sie ab?
Oh, da gibt zwei sehr unterschiedliche „Orte“ an denen ich total abschalte. Zum einen in Block S 6 in der Veltins Arena auf Schalke und zum anderen auf einer Hüttentour in den Alpen, wo ab dem ersten Schritt nur die Konzentration auf den Weg und das Miteinander mit den Freunden zählt.  

Welches Buch lesen Sie gerade?
Ein Buch, das noch gar nicht erschienen ist. Ich lese gerade das Manuskript von „Du hast doch von nichts eine Ahnung“ von meinem Freund und früheren Mentor Ulrich Homann. Das ist die Fortsetzung seines bereits erschienen Buches „Das hast Du dir doch alles nur ausgedacht!“ – alles sehr lesenswert, weil „echt aus dem Leben“.

Welchen Film haben Sie zuletzt im Kino gesehen?
„Das gewisse Etwas“. Eine deutsche Filmkomödie unter anderem mit Max von der Groeben, Mala Emde, Florian Lukas, Jasmin Schwiers und Lorenzo Germeno. Regie führte Marc Rothemund. Sehenswert! Ich durfte bei der Präsentation mit der Filmcrew dabei sein.

Ihr Lieblingsessen?
Jede Art von Curry (auch in Verbindung mit Wurst😊).

Wohin geht’s im nächsten Urlaub?
Ich bin gerade in der Bretagne.

Wen würden Sie gerne mal treffen und warum?
Miron Muslic. Für alle, die es nicht wissen: Der Mann ist der aktuelle Trainer „auf Schalke“. Er hat mit seiner Art der Ansprache und Menschenführung nicht nur eine Mannschaft hinter sich gebracht, die sich für einander zerreißt, sondern einer ganzen Region Identifikation und Selbstbewusstsein zurückgegeben. Begriffe wie „Stolz“, „Prinzipien“, „Wucht“, „Intensität“ und „Wir-Gefühl“ macht dieser Mann im besten Sinne lebendig. Diese Energie würde ich gerne mal in einer Begegnung spüren.

Wie und wo wollen Sie alt werden?
Auf Reisen…

    Roland Weigel 1963 im "damals verrauchten und verkoksten Gelsenkirchen" geboren, wie er sagt, koordiniert die Ruhrgebietskonferenz-Pflege und das Netzwerk „Zukunft Pflege NRW“. 1993 hat er mit Freunden die Konkret Consult Ruhr (KCR) gegründet, die auf Politikberatung sowie Projektentwicklung und -Durchführung spezialisiert ist und sich an Unternehmen und Organisationen aus der Pflegebranche wendet. Dort arbeitet der diplomierte Sozialwissenschaftler seit 33 Jahre als geschäftsführender Gesellschafter.