News für das Pflegemanagement

Vom Automanager in den USA zum Überzeugungstäter für die Pflege

Karriere in der Pflege war eigentlich kein Ziel von Ulrich Zerhusen, der Betriebswirt baute vielmehr einen Autozulieferer in den USA auf. Was den Vater von vier Söhnen und Liebhaber klassischer Musik zurück ins niedersächsische Vechta und in die Pflege gebracht hat, erzählt er im Care-vor9-Fragebogen Persönlich.

Was war Ihr Traumberuf als Kind?
Tennisspieler 

Wie sind Sie in die Altenpflege gekommen?
Ich erinnere mich sehr genau an den Tag, an dem ich mich für die Pflege entschieden habe. Es war der 15. Juli 2011. Das war der Tag, an dem meine Mutter mir ihre Krebsdiagnose mitteilte. Ich war bis zu dem Zeitpunkt Manager in der Automobilzuliefererindustrie gewesen, lebte in den USA, wo wir gerade ein neues Produktionswerk im Bundesstaat North Carolina aufgebaut hatten. Ein paar Tage vorher hatte ich meine amerikanische Frau geheiratet. Nach dieser Nachricht entschieden wir uns, unsere Sachen zu packen und zurückzukommen in die niedersächsische Provinz, Südoldenburg, Landkreis Vechta, Kroge-Ehrendorf und den Pflegedienst zu übernehmen, den meine Mutter 2002 gegründet hatte.

Was lieben Sie an Ihrem Job?
Das Gestalten, etwas aufzubauen und meine Fähigkeiten dafür einsetzen zu können, dass es Menschen besser geht. In unserer Branche sieht man ja jeden Tag, für wen man es tut. Diese Sinnhaftigkeit oder der "Impact" wie man ja heute sagt. Die Pflege ist schön, von einfach war nicht die Rede.

Was nervt Sie am meisten?
Pflegesatzverhandlungen. Ich bin immer dann genervt, wenn ich mich dafür rechtfertigen soll, dass Pflege einen Wert hat. Wenn ich den Wert der Pflege verletzt sehe. Ich lasse mich nicht mehr auf Kosten reduzieren. Ich spreche über Wert.

Ein Jahr Auszeit – was würden Sie machen?
Meine Frau kommt aus Alaska. Ihre Familie wohnt dort weiterhin. Wir sind zwar öfter mal dort, aber leider immer viel zu kurz. Gerne würde ich zusammen mit meiner Frau und meinen vier Jungs einen riesigen Roadtrip im Wohnmobil komplett durch Nordamerika machen: Alaska, Kanada und den Rest der USA!

Wie schalten Sie ab?
Beim Sport, beim Lesen oder bei klassischer Musik.

Welches Buch lesen Sie gerade?
„18 Tage im Himmel“ von Gabe Poirot. In der Pflege habe ich gelernt, dass der Mensch nicht nur ein Körper ist, sondern vor allem eine Seele. 

Welchen Film haben Sie zuletzt im Kino gesehen?
„Zoomania 2“ von Disney mit meinen 4 Jungs.

Ihr Lieblingsessen?
Burger mit Süßkartoffel-Pommes - die USA haben mich einfach geprägt.

Wohin geht’s im nächsten Urlaub?
Nach Wangerooge mit der ganzen Familie

Wen würden Sie gerne mal treffen und warum?
Bodo Janssen von Upstalsboom. Er ist Vorbild für mich, wie er es geschafft hat, die angestaubte Hotelkette anders und neu aufzustellen. Für mich ein Beispiel dafür, was auch für Pflegebetreiber möglich ist. Ich werde ihn jetzt tatsächlich im Herbst persönlich treffen, worauf ich mich bereits sehr freue.

Wie und wo wollen Sie alt werden?
In einer Wohngemeinschaft im Kloster. Ähnlich, wie wir es aktuell in der Abtei St. Hildegard in Rüdesheim machen mit unserem neuen Pflegedienst St. Hildegard.

Ulrich Zerhusen ist Pflegeunternehmer, Marketingexperte und eine profilierte Stimme für die Pflege. Der 42-Jährige ist aufgewachsen in Kroge-Ehrendorf (Bauerschaft von Lohne) im Landkreis Vechta in Niedersachsen. Zerhusen studierte Betriebswirtschaft und stieg 2011 beim von der Mutter gegründeten Pflegedienst ein. Seit vergangenem Jahr geht er mit der "Neuen Humanen Pflege" seinen eigenen Weg.