Caritas Niedersachsen sieht Eigenanteil um 300 Euro steigen
Die Caritas in Niedersachsen erwartet für das kommende Jahr massive Kostensteigerungen für Bewohner von stationären Pflegeeinrichtungen. Die Eigenanteile dürften erneut um rund 300 Euro pro Monat steigen, so der Landesverband, der für 91 stationäre Pflegeeinrichtungen spricht. Große Kostentreiber seien höhere Gehälter und steigende Ausbildungskosten.
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Der Eigenanteil für Heimplätze wird im nächsten Jahr weiter steigen, prophezeit die Caritas Niedersachsen
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"Wir verzeichnen einen starken Anstieg der Sachkosten, beispielsweise im Energiebereich oder bei den Lebensmitteln. Zusätzlich steigen auch die Gehälter um durchschnittlich etwa 13 Prozent", sagt Stefanie Holle, Sprecherin der Landesarbeitsgemeinschaft Altenhilfe. Die Ausbildungskosten würden ebenfalls erheblich zur erwarteten Mehrbelastung für die Bewohner beitragen.
Bereits jetzt müssen Bewohner von Pflegeheimen in Niedersachsen tief in die Tasche greifen, um einen Pflegeplatz zu finanzieren. Im ersten Jahr des Aufenthalts lag der durchschnittliche Eigenanteil bei 2.306 Euro im Monat. Dieser Anteil werde im kommenden Jahr deutlich steigen, so Holle. Experten gingen von mehr als 2.600 Euro aus.
Laut dem Rentenatlas der Deutschen Rentenversicherung betrug die Brutto-Durchschnittsrente Ende 2022 in Niedersachsen 1.551 Euro. "Beim Blick auf die Zahlen wird deutlich: Schon jetzt können sich viele Pflegebedürftige keinen Heimplatz leisten", betont Stefanie Holle. Wenn der Eigenanteil nicht aus eigenem Einkommen oder Vermögen aufgebracht werden kann, übernimmt das jeweils zuständige Sozialamt die Kosten.
Die Caritas in Niedersachsen fordert eine grundlegende Reform der Pflegeversicherung. "Der Eigenanteil muss auf einen festen Sockelbetrag begrenzt werden, damit die Kostensteigerungen nicht weiter zulasten der Pflegebedürftigen und ihrer Angehörigen gehen", sagt Holle. Die Ausbildungskosten müssten aus den Eigenanteilen herausgenommen werden und die Krankenversicherung die vollständigen Kosten der medizinischen Behandlung von Pflegebedürftigen übernehmen. Zusätzlich seien die Länder in der Pflicht, verlässlich die Investitionskosten für die stationäre Pflege zu übernehmen.