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2. Februar 2026 | 20:44 Uhr
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Privatkassen fordern Prävention als Prüfkriterium für Heime

Auch wenn die Bund-Länder-AG ihr Eckpunktepapier an vielen Stellen vage formuliert hat, ist eines klar: Prävention soll in der Altenpflege künftig eine zentrale Rolle spielen. Der Verband der Privaten Krankenversicherung (PKV) drängt nun darauf, das Vorhaben schnell umzusetzen, und macht fünf Vorschläge zur Beschleunigung. Unter anderem empfiehlt er, Prävention und Gesundheitsförderung bei der Bewertung von Einrichtungen zu berücksichtigen.

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Domino World in Berlin setzt schon lange auf Prävention: Jeder Bewohner trainiert fast täglich mit einer von Physiotherapeuten geschulten Pflegekraft

Viele Vorschläge der Bund-Länder-AG brauchen Zeit, um Wirkung zu entfalten. "Zeit, die wir nicht haben", sagt Timm Genett, Geschäftsführer Politik im PKV-Verband. "In den kommenden Jahren steigt der Pflege- und Behandlungsbedarf infolge der Alterung massiv. Deshalb haben wir fünf Maßnahmen zusammengefasst, die schnell umsetzbar sind, um Prävention und Gesundheitsförderung in der Pflege wirksam zu stärken."

Ein Vorschlag lautet: "Qualitätsprüfungen als Instrument für Gesundheitsförderung und Prävention etablieren." Das bedeutet laut PKV-Verband neben einer Bewertung auch, auf Defizite hinzuweisen und Handlungsempfehlungen zu geben.

Damit Prävention in Pflegeeinrichtungen Fuß fassen kann, sollte sie, wie es im anschließenden Vorschlag heißt, "flächendeckend" durch digitale Schulungs- und Beratungsangebote in Pflegeeinrichtungen vorangetrieben werden.  

Bei Pflegegrad 1 Pflegekurse statt Haushaltshilfen

Auf Platz eins der PKV-Vorschlagsliste steht: Pflegegrad 1 konsequent auf Gesundheitsförderung und Prävention ausrichten. Künftig sollen nicht mehr Haushaltshilfen von dem Entlastungsbeitrag finanziert werden. Vielmehr sollte der "Fokus auf Beratung, Pflegekursen, Hilfsmitteln und Maßnahmen zur Verbesserung des Wohnumfelds liegen".

Weitere Vorschläge: Pflegebedürftige sollen unmittelbar nach der Begutachtung in die individuelle Beratung gehen. "Damit sie direkt die für sie passende Unterstützung im Sinne eines Case-Managements erhalten." Auch die Beratungsqualität soll verbessert werden, heißt es im gleich anschließenden Vorschlag. "Die Normen des Case-Managements müssen endlich verbindlich umgesetzt werden", so der PKV-Verband. Auch die präventive Pflegeberatung bei Laienpflege will die PKV verpflichtend machen.

Die Vorschläge des Sofortprogramms seien praxiserprobt und basierten auf der Expertise des Verbands sowie seiner Tochterunternehmen dem Prüfdienst Careproof, dem medizinischen Dienst Medicproof und der Pflegeberatung Compass. Auch das Zentrum für Qualität in der Pflege (ZQP), das viel detallierte Pflegeinformation für Angehörige anbietet und eine unabhängige PKV-Stiftung ist, hat mit an den Vorschlägen gearbeitet.

Kirsten Gaede

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