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22. Juni 2026 | 07:00 Uhr
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Demenzanstieg hängt stark vom Lebensstil ab

Ob Deutschland 2060 rund 1,5 Millionen oder mehr als zwei Millionen Menschen mit Demenz versorgen muss, hängt nach Einschätzung von Wissenschaftlern maßgeblich vom Lebensstil der Bevölkerung ab. Eine neue Untersuchung des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (Wido) zeigt: Prävention könnte Hunderttausende Demenzerkrankungen verhindern. Gleichzeitig droht der Pflege und Versorgung wegen des Rückgangs der Erwerbstätigen ein wachsender Personalmangel.

Senioren Tanzen Gesundheit Foto iStock SeventyFour

Ein geselliger und bewegungsreicher Alltag kann vor Demenz schützen 

Die gemeinsam mit den Universitäten Trier, Rostock und Köln erstellte Untersuchung kommt zu dem Ergebnis, dass die Zahl der Demenzkranken bis 2060 von heute rund 1,3 Millionen auf bis zu 2,1 Millionen steigen könnte. Das entspräche einem Zuwachs von mehr als 60 Prozent.

Die Wissenschaftler betonen allerdings, dass diese Entwicklung keineswegs unvermeidbar ist. Nach dem aktuellen Stand der Forschung lässt sich ein erheblicher Teil der Demenzfälle durch Prävention verhindern oder zumindest hinauszögern. Dazu zählen vor allem Faktoren des Lebensstils: ausreichend Bewegung, eine gesunde Ernährung, soziale Teilhabe sowie die Vermeidung von Isolation. Auch die Behandlung von Risikofaktoren wie Bluthochdruck spielt eine wichtige Rolle.

Nach Berechnungen des Wido könnte durch Prävention die Zahl der Neuerkrankungen nahezu halbieren. In diesem Fall würden im Jahr 2060 lediglich zwischen 1,3 und 1,5 Millionen Menschen mit Demenz leben – statt bis zu 2,1 Millionen.

Starke regionale Schwankungen - Beispiel München und Landkreis Elbe-Elster 

Die Studie zeigt zudem erhebliche regionale Unterschiede. Während die Demenz-Prävalenz in München bei lediglich 1,7 Prozent liegt, erreicht sie im brandenburgischen Landkreis Elbe-Elster bis zu 6,2 Prozent.

Parallel verschärft sich ein weiteres Problem: Die Zahl der Menschen im erwerbsfähigen Alter sinkt. Heute kommen rechnerisch 2,6 Demenzbetroffene auf 100 Erwerbstätige. Bis 2060 könnte dieser Wert bundesweit auf 4,6 steigen. In einzelnen Regionen erwarten die Forscher sogar deutlich höhere Belastungen.

"Unsere Ergebnisse zeigen klar: Demenz ist eine ganz konkrete Herausforderung auf kommunaler Ebene", sagt Wido-Geschäftsführer Helmut Schröder. Die regionalen Unterschiede würden weiter zunehmen. Deshalb müssten Pflegeangebote, Versorgungsstrukturen und Kommunen ihre Planungen frühzeitig darauf ausrichten.

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