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16. Juni 2026 | 07:00 Uhr
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Private könnte soziale Pflegeversicherung unterstützen

Viele Wohlfahrtsverbände, konfessionelle Träger und die Initiative Pro-Pflegereform fordern seit Jahren, die soziale und die private Pflegeversicherung stärker zusammenzuführen oder zumindest einen Finanzausgleich einzuführen. Neue Zahlen des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (Wido) könnten dieser Forderung Rückenwind geben.

Privatversicherte sind oft besser gestellt und tun mehr für ihre Gesundheit als gesetzlich Versicherte. Das ist wohl der Grund, weshalb sie auch für geringere Pflegekosten sorgen 

Obwohl die Versicherten der privaten Pflegeversicherung (PPV) im Durchschnitt älter sind als die der sozialen Pflegeversicherung (SPV), fallen sowohl die Pflegequoten als auch die Ausgaben deutlich niedriger aus. Dies ist das Ergebnis einer Wido-Analyse, veröffentlicht in der Juni-Ausgabe von Wido Impuls. Im Jahr 2024 waren in der SPV 7,6 Prozent der Versicherten pflegebedürftig, in der PPV dagegen nur 4,1 Prozent. Die Pflegeausgaben lagen bei 849 Euro je Versichertem in der SPV, aber nur bei 447 Euro in der PPV.

Geringere Pflegekosten durch besser gestellte Versicherte bei der PPV

Die Autoren führen dies vor allem auf günstigere Risikostrukturen in der privaten Versicherung zurück. Gesundheitsprüfungen beim Eintritt sowie ein überdurchschnittlich hoher Anteil finanziell besser gestellter Versicherter sorgten für geringere Pflegekosten. Das Wido sieht darin ein Argument für einen Finanzausgleich zwischen beiden Systemen.

Die private Krankenversicherung hat diesen Vorschlag bislang zurückgewiesen. Ihr Argument: Die zunehmend älteren privat Versicherten würden künftig zu höheren Pflegeausgaben führen. Die Wido-Autoren halten dagegen, dass die aktuelle Altersstruktur allein die deutlich günstigere Finanzlage der privaten Pflegeversicherung nicht erklären könne.