Immer längere Ausfälle durch psychische Erkrankungen
Nicht die Zahl der Krankmeldungen wächst, sondern die Dauer der Ausfälle. Vor allem psychische Erkrankungen und Muskel-Skelett-Leiden führen zu immer mehr Langzeiterkrankungen. Der BKK-Dachverband fordert deshalb eine stärkere Prävention – ein Befund, der die Ergebnisse der jüngsten DGB-Studie zum Betrieblichen Gesundheitsmanagement unterstreicht (wir berichteten).
iStock fedrelena
Psychische Erkrankungen gehen mit durchschnittlich mehr als fünf Wochen Ausfall pro Krankheitsfall einher
Der Krankenstand blieb 2025 mit 6,1 Prozent zwar nahezu unverändert. Im Durchschnitt fehlte jeder Beschäftigte laut BKK Dachverband 22,1 Tage. Auffällig ist jedoch der Anstieg der Langzeiterkrankungen: 6,8 Fehltage je Beschäftigten entfielen auf Krankengeld, das erst nach sechs Wochen Arbeitsunfähigkeit gezahlt wird. Innerhalb von zehn Jahren stieg dieser Wert um rund 24 Prozent.
Die längsten Ausfälle verursachen psychische Erkrankungen mit durchschnittlich mehr als fünf Wochen pro Krankheitsfall, gefolgt von Muskel-Skelett-Erkrankungen. Beide Diagnosegruppen zählen inzwischen zu den wichtigsten Kostentreibern der gesetzlichen Krankenversicherung.
Große Unterschiede zwischen den Bundesländern
Regional zeigen sich deutliche Unterschiede: Während Beschäftigte in Baden-Württemberg im Schnitt 18,5 Tage fehlten, waren es in Mecklenburg-Vorpommern 29 Tage. Auf Kreisebene liegt München mit 15 Tagen am unteren und der Kyffhäuserkreis in Thüringen mit 32,9 Tagen am oberen Ende der Skala. Bei den Berufsgruppen dürften Altenpflegekräfte führend sein: Für sie haben verschiedene große Krankenkassen zuletzt zwischen 35 bis 38 Krankheitstage gemeldet.
Der BKK-Dachverband fordert angesichts der Entwicklung mehr Prävention – insbesondere zur Vermeidung psychischer Erkrankungen und körperlicher Überlastungen am Arbeitsplatz. Gerade betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) könnten einiges bewirken, wie eine erst vor wenigen Tagen veröffentlichte Analyse des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) zeigt: Nach dieser trauen sich Beschäftigte in Betrieben mit gutem BGM eindeutig häufiger zu, bis zum Renteneintritt durchzuhalten.