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7. Juli 2026 | 07:00 Uhr
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Gesundheitsmanagement hält Pflegekräfte länger im Beruf

Altenpflegekräfte gehören zu den Berufsgruppen, die sich am seltensten vorstellen können, bis zur Rente zu arbeiten. Eine neue Auswertung des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) zeigt aber auch: Ein gutes betriebliches Gesundheitsmanagement kann daran viel ändern. Beschäftigte in Betrieben mit gutem BGM trauen sich deutlich häufiger zu, bis zum Renteneintritt durchzuhalten. Dennoch bietet mehr als die Hälfte der Unternehmen keine Gesundheitsförderung an.

Rückengymnastik ist hilfreich, aber seine volle Wirkung entfaltet Betriebliches Gesundheitsmanagement erst, wenn es auch arbeitsorganisatorische Fragen angeht

Die Analyse des DGB-Index "Gute Arbeit" macht deutlich, wie eng Arbeitsbedingungen und die Bereitschaft zusammenhängen, bis zur Rente im Beruf zu bleiben. Besonders pessimistisch fällt die Einschätzung in körperlich belastenden Berufen wie der Alten- und Krankenpflege aus.

Ein Gegenmittel, das häufig unterschätzt wird, ist das betriebliche Gesundheitsmanagement (BGM). Beschäftigte, die die Gesundheitsförderung ihres Arbeitgebers als sehr gut bewerten, gehen zu 69 Prozent davon aus, bis zur Rente durchhalten zu können. In Betrieben ohne Angebote sind es dagegen nur 46 Prozent.

Dabei zeigt die Untersuchung auch Nachholbedarf: Lediglich 31 Prozent der Befragten bewerten die Gesundheitsförderung ihres Arbeitgebers als hoch oder sehr hoch. Mehr als die Hälfte berichtet, dass es in ihrem Betrieb überhaupt kein Angebot gibt.

BGM bedeutet mehr als Entspannungskurse, es geht auch um gute Arbeitsorganisation

Aus Sicht von Joachim Görtz, Leiter der Stabsstelle Betriebliche Gesundheitsförderung beim Trägerverband BPA Bayern, wird BGM in der Pflege häufig auf Rückenschulen oder Entspannungskurse reduziert. Der eigentliche Hebel liege jedoch in der Organisation der Arbeit. Verlässliche Dienstpläne, funktionierende Ausfallkonzepte, Springerpools oder digitale Unterstützung könnten Arbeitsbelastung und Krankenstände deutlich senken. "Wenn Mitarbeiter wegen Teamkonflikten oder schlecht organisierter Abläufe krank werden, nützen Entspannungskurse wenig – dann heißt es: ran an die Strukturen", sagte Görtz bereits im Gespräch mit Care vor9.

Die DGB-Auswertung bestätigt diesen Zusammenhang. Neben körperlich schwerer Arbeit wirken sich vor allem hoher Zeitdruck, lange Arbeitszeiten und geringe Handlungsspielräume negativ auf die Einschätzung der eigenen Arbeitsfähigkeit aus. Das bedeutet: Wer Fachkräfte bis zur Rente halten will, sollte betriebliches Gesundheitsmanagement nicht als Zusatzangebot, sondern als strategisches Instrument der Personalbindung verstehen.