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21. September 2022 | 16:05 Uhr
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Kostendruck setzt auch ambulanter Pflege zu

Der Pflegedienst von Christian Ponzer ächzt unter den seit Jahresbeginn um 30 Prozent gestiegenen Benzinkosten. Auch die höheren Ausgaben für Heizen und Pflegematerial hat er zu tragen, berichtet er dem Bayerischen Rundfunk. Die Vergütungen sind indes gleichgeblieben, sagt der Landesvorsitzende der Bundesarbeitsgemeinschaft Hauskrankenpflege. Seine Kollegen berichten ihm dasselbe, sagt Ponzer. Viele denken ans Aufhören.

Inflation Kosten Foto iStock lemono

Die ambulanten Dienste leiden unter dem Anstieg mehrerer Kostenarten

Die Leistungen des Corona-Rettungsschirms sind ausgelaufen und deswegen müssen die Dienste auch die Kosten in Folge der Test-, Impf- und Maskenpflicht für Mitarbeiter und weiterer Hygienemaßnahmen tragen. Seit September gilt zudem die Tarifpflicht, was die Personalkosten für viele Pflegedienste erhöht hat.

Die Unternehmen stehen unter Druck, das sieht auch Stefanie Renner vom Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe (DBFK) so: "Das ist ganz viel Angst und Unsicherheit. Aufhören ist da bei ganz vielen ein Thema. Die haben Mehrkosten durch die steigenden Energiepreise, die sich jetzt doch explosionsartig entwickeln. Die haben überhaupt noch keine Ahnung, wie das weitergeht, da ist kein Ende in Sicht. Wenn man oft von einer Verzehnfachung der Heizungskosten hört, dann ist das einfach für einen kleinen Dienst, für ein mittelständisches Unternehmen viel zu viel. Das kann nicht getragen werden."

Erschwert wird die Situation durch das Festhalten der Pflegekassen an den Vergütungsverträgen, die noch bis Ende des Jahres laufen. Die Arbeitsgemeinschaft der Pflegekassenverbände in Bayern (Arge) erkennt das Problem und möchte zu dessen Lösung auch die Steuerzahler mit ins Boot holen: "Aktuell sehen wir wie bei der Corona-Pandemie die Notwendigkeit für eine finanzielle Unterstützung von besonders belasteten Gesundheitseinrichtungen durch die Bundesregierung. Es wäre ungerecht, den Beitragszahlern oder den Pflegebedürftigen und ihren Angehörigen einseitig die Lasten aufzubürden, die von Entwicklungen mit gesamtgesellschaftlicher Dimension verursacht werden", sagt ein Arge-Sprecher

Auf eine Anfrage des Bayerischen Rundfunks an das Gesundheitsministerium des Landes teilt dieses mit, dass man die Kostensteigerungen sehr ernst nehme und verweist wie die Pflegekassen auf den Bund. Eine Lösung für die ambulanten Dienste ist derzeit noch nicht in Sicht.

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