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16. März 2026 | 14:55 Uhr
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"Bewohner dürfen in Krisen nicht wieder Spielball werden"

Sechs Jahre nach den Besuchsverboten in Pflegeheimen während der Corona-Pandemie fordert die Evangelische Heimstiftung (EHS) Konsequenzen für künftige Krisen. Pflegebedürftige Menschen sollten solche harten Maßnahmen nicht noch einmal erleben. Deshalb müsse die Enquetekommission zur Aufarbeitung der Pandemie Pflegeunternehmen systematisch in ihre Arbeit einbeziehen.

In der Corona-Pandemie haben pauschale Vorgaben häufig zu Isolation und psychischer Belastung geführt, kritisiert die EHS

Die Enquetekommission soll der Bundesregierung bis zum Sommer 2027 Empfehlungen für den Umgang mit künftigen Krisen vorlegen. Aus Sicht der Heimstiftung, die größter Pflegebetreiber in Baden-Württemberg ist, müssen die Erfahrungen aus den Einrichtungen stärker berücksichtigt werden. "Die Erfahrungen müssen aus erster Hand in die politische Arbeit einfließen", sagt Vorstandschefin Elke Eckardt. Einrichtungen setzten politische Vorgaben unter hohem Druck um und könnten am besten beurteilen, welche Maßnahmen in der Praxis funktionieren.

Die Heimstiftung hat inzwischen ihr eigenes Krisenmanagement aus der Pandemie ausgewertet und formuliert nun einen Katalog mit sechs Forderungen. Neben der systematischen Beteiligung von Pflegeunternehmen plädiert sie dafür, Träger stärker an der Auswahl von Schutzmaßnahmen zu beteiligen. Pauschale Vorgaben hätten während der Pandemie häufig zu Isolation und psychischer Belastung geführt. Künftig müsse stärker zwischen Infektionsschutz, Selbstbestimmung und Lebensqualität abgewogen werden.

EHS fordert mehr Flexibilität bei Besuchsregelungen und Teststrategien 

Außerdem fordert der Träger mehr Handlungsspielräume vor Ort, etwa bei Besuchsregelungen oder Teststrategien. Pflegebedürftige Menschen dürften nicht pauschal nur als besonders verletzliche Gruppe betrachtet werden. Wichtig seien auch eine stärkere Beteiligung der Betroffenen selbst, der Ausbau von Ethikberatung sowie eine bessere Palliativversorgung.

"Wir wollen gemeinsam dafür sorgen, dass pflegebedürftige Menschen in der nächsten Krise nicht erneut zum Spielball von Verordnungen werden", sagt Eckardt. Die Heimstiftung bietet der Enquetekommission an, ihre Erfahrungen aktiv in die politische Aufarbeitung einzubringen. 

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