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22. April 2026 | 07:00 Uhr
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NRW-Kammer geht auf Distanz zu Rheinland-Pfalz

Jetzt meldet sich zu den Turbulenzen in Rheinland-Pfalz auch die Pflegekammer Nordrhein-Westfalen zu Wort. Sie distanziert sich von den Entwicklungen der Pflegekammer im benachbarten Bundesland. Präsidentin Sandra Postel (Foto) spricht von einem "massiven Schaden" für die gesamte Idee der Selbstverwaltung und bezieht sich dabei auch auf die jüngsten Aussagen der Pflegebevollmächtigten der Bundesregierung, Katrin Staffler.

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Bevor Sandra Postel 2023 Präsidentin der Pflegekammer NRW wurde, stand sie als Vize-Präsidentin an der Spitze der Kammer in Rheinland-Pfalz  

Staffler hatte erst am Wochenende betont, dass Pflegekammern "unerlässlich" seien für eine qualitätsgesicherte Versorgung und nun wieder zu Transparenz und Professionalität zurückfinden müssten. Genau diesen Punkt greift NRW-Kammerpräsidentin Sandra Postel auf – und interpretiert ihn als Rückenwind für den eigenen Kurs. Die Unterstützung aus Berlin bestätige, dass Selbstverwaltung funktioniere, wenn sie verlässlich organisiert sei.

Gleichzeitig nutzt die NRW-Kammer die Gelegenheit zur klaren Abgrenzung: Die aktuellen Entwicklungen in Rheinland-Pfalz hätten die ursprüngliche Pionierrolle der dortigen 2016 gegründeten Kammer "massiv beschädigt". Das heißt soviel wie: Das Modell an sich soll nicht infrage stehen, wohl aber dessen Umsetzung.

Pflegekammer NRW verweist auf ihre erfolgreiche Kampagne gegen pflegefremde Tätigkeiten (#nichtdeinjob)

Um diesen Unterschied zu unterstreichen, verweist die Kammer auf eigene Strukturen und Fortschritte. Dazu zählt für sie vor allem das verpflichtende Mitgliederregister, das als Grundlage für politische Handlungsfähigkeit gilt. Darauf aufbauend hat die Kammer eine Berufsordnung etabliert, die Rechte und Pflichten verbindlich regelt. Auch in der Praxis reklamiert sie Erfolge für sich, etwa mit der Kampagne gegen pflegefremde Tätigkeiten (#nichtdeinjob), die zu konkreten Entlastungen im Arbeitsalltag geführt habe.

Hintergrund der Kritik: Die Pflegekammer Rheinland-Pfalz steckt seit Wochen in einer tiefen Krise. Auslöser sind unter anderem ein gerichtlich beanstandetes Beitragsmodell, Mängel in der Haushaltsführung sowie eine gescheiterte Mitgliederbefragung. Nach wachsendem Druck musste der Vorstand zuletzt sogar bei Gesundheitsminister Clemens Hoch vorsprechen.

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