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28. November 2022 | 21:36 Uhr
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Seit März 427 Beschwerden bei Bayerns Pflege-SOS-Hotline

Bayern hat einen Fünf-Punkte-Plan für eine gute Pflege formuliert. Einer davon ist die Pflege-SOS-Hotline, bei der Personen anonym Missstände melden können. Seit März wurde das Pflege-SOS 427 Mal angerufen. Es gab Klagen über schlechte Versorgung von kranken, alten, gebrechlichen Menschen, über einen unfreundlichen Umgang, über zu wenig Personal und 41 Mal über Gewalterlebnisse. Die Gewerkschaft Verdi meint, die gut 400 Fälle seien nur die Spitze des Eisbergs.

Telefon Hotline SOS Foto iStock frankpeters

Seit März wurde die Pflege-SOS-Hotline in Bayern über 400 Mal genutzt  

Das Landesamt für Pflege in Bayern, wo die Hotline angesiedelt ist, antwortet auf eine Anfrage der Süddeutschen (Abo), dass man aus den beschriebenen Umständen schließen könne, dass die Beschwerden oft auch von Beschäftigten in Pflegeheimen kämen.

Die "große Resonanz zeigt, wie wichtig die Einrichtung unserer SOS-Hotline war", sagt Gesundheitsminister Klaus Holetschek. Er verlangt, dass die Heimaufsicht jeder weitergereichten Beschwerde "unverzüglich" nachgehe. Das ist laut dem Landesamt bisher in 163 Fällen geschehen.

In 178 der 427 Beschwerden wird über einen Mangel an Fachkräften, fehlendes Personal beim Nachtdienst und ähnliches berichtet. 212 Mal ist mangelnde Pflegequalität Gegenstand der Beschwerden, zum Beispiel bei der Körperpflege, Ernährung, Behandlung von Wunden oder der Versorgung mit Medikamenten. 125 Mal wurde über unfreundlichen Umgang und 70 Mal über mangelnden Service geklagt. Das ergibt in der Summe mehr als 427 Beschwerden, was daran liegt, dass einige Anrufer mehrere Probleme meldeten.

Robert Hinke, der Landesfachbereichsleiter Gesundheit und Bildung bei Verdi in Bayern, findet die Einrichtung der SOS-Hotline richtig, bemängelt jedoch, dass sie früher hätte kommen können. Er beschreibt die Lage in der Pflege als dramatisch und fordert wirksame Kontrollen durch den Medizinischen Dienst der Kranken- und Pflegeversicherung, die Gewerbeaufsicht und die Kommunen. Hinke befürchtet "wir fahren sehenden Auges gegen die Wand".

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