Staffler ruft zur Teilnahme an Coaching-Programm auf
Das Projekt "Gute Arbeitsbedingungen in der Pflege" (Gap) der Pflegebevollmächtigten Katrin Staffler (Mitte, CSU) zeigt Wirkung: Durch das Coaching verbessern sich etwa Dienstplanung, Arbeitsorganisation, Kommunikation und Mitarbeiterzufriedenheit. Mehr als 750 Pflegeeinrichtungen nehmen schon teil und erhalten eine Förderung von 50 bis 70 Prozent. Gerade für kleine Einrichtungen sind die Kosten recht günstig.
Gap
Katrin Staffler (Mitte) mit einer Gap-Projektgruppe der Diakonie Nürnberg-Mögeldorf
Das Projekt "Gute Arbeitsbedingungen in der Pflege" (Gap), 2021 vom früheren Pflegebevollmächtigten Andreas Westerfellhaus gegründet, richtet sich an ambulante und stationäre Pflegeeinrichtungen. Mehr als die Hälfte der bisher 750 Teilnehmer hat das Coaching schon abgeschlossen. Laut Projektmanagerin Dörte Magens zeigen viele Einrichtungen messbare Verbesserungen.
Im Mittelpunkt steht ein mehrmonatiger Coachingprozess, den bundesweit die speziell qualifizierten 64 Gap-Coaches begleiten. Sie analysieren im ersten Schritt gemeinsam mit der Einrichtung die aktuelle Situation und überlegen, welches Thema im Mittelpunkt stehen soll.
Mitarbeiterzufriedenheit verbessert sich um 30 Prozent
In einer ambulanten Einrichtung führte das Coaching etwa zur Einführung strukturierter Mitarbeitergespräche. Die Zufriedenheit der Beschäftigten stieg danach laut Projektbericht um mehr als 33 Prozent. Eine stärkere Berücksichtigung individueller Lebenssituationen erhöhte die Zufriedenheit zusätzlich um 23 Prozent.
Ein weiteres Beispiel: Eine stationäre Einrichtung bearbeitete Kommunikationsprobleme zwischen den Wohnbereichen bei Übergaben. Nachdem sie klare Übergaberegeln und abgestimmte Informationswege eingeführt hatte, stieg die Zufriedenheit der Mitarbeiter ebenfalls deutlich – um über 30 Prozent.
Einrichtungen können aus 25 Coaching-Themen wählen
Die Einrichtungen können aus 25 Coaching-Themen wählen, die in fünf Bereiche gegliedert sind:
- Arbeitszeit- und Dienstplangestaltung
- Kommunikation mit Beschäftigten
- Personalentwicklung und Führung
- Kommunikation mit Bewohnern und Angehörigen
- familienfreundliche Unternehmenskultur
Weitere Themen, sind hinzugekommen: Willkommenskultur für internationale Mitarbeiter, Stabilisierung der Ausbildung und Prävention von Gewalt in der Pflege. Immer häufiger greifen die Coaches auch die neue Personalbemessung PeBeM im Coaching auf.
Förderung von 50 bis 70 Prozent
Die Teilnahme wird über den Ausgleichsfonds der Pflegeversicherung gefördert. Die Kosten des Coachings werden in der Regel zu 50 Prozent, maximal 7.500 Euro pro Einrichtung und Jahr, übernommen. Kleine Einrichtungen profitieren besonders: Betriebe mit bis zu 25 Pflege- und Betreuungskräften können eine Förderung von bis zu 70 Prozent erhalten. Hier liegt die maximale Fördersumme bei 10.000 Euro pro Jahr.
Kleine Einrichtungen zahlen zwischen 1.600 bis 4.285 Euro
Die Eigenkosten hängen vom Umfang des Projekts ab. Sie liegen bei größeren Einrichtungen meist zwischen rund 2.680 und maximal 7.500 Euro pro Jahr. Kleine Einrichtungen zahlen je nach Projektgröße etwa 1.600 bis 4.285 Euro.
Die Laufzeit richtet sich nach dem Umfang der geplanten Maßnahmen:
- kleines Projekt: etwa 8 Monate, es werden bis zu zwei Coaching-Themen bearbeitet
- mittleres Projekt: rund 12 Monate, drei Coaching-Themen
- großes Projekt: bis zu 16 Monate, bis zu vier Coaching-Themen
Wie viele Beratungstage ein Coach in der Einrichtung arbeitet, wird gemeinsam festgelegt. Die Einrichtungen entscheiden also selbst, wie umfangreich das Projekt ausfallen soll.
Bewerbung relativ unkompliziert
Einrichtungen, die teilnehmen wollen, können unverbindlich ihr Interesse auf der Projektwebsite bekunden. Danach nimmt die Gap-Geschäftsstelle Kontakt auf und stellt Informationen sowie kostenfreie Webinare zur Verfügung.
Entscheidet sich die Einrichtung für eine Teilnahme, unterschreibt sie eine Vereinbarung und erhält einen Coach aus der Region. Anschließend beginnt eine Bedarfsanalyse. Sie umfasst unter anderem:
- eine Einrichtungsbegehung
- Interviews mit Führungskräften
- eine Mitarbeiterbefragung
- die Auswertung organisatorischer Abläufe
Auf dieser Basis entwickeln Coach und Einrichtung gemeinsam einen Projektplan.
Geschäftsstelle übernimmt Förderantrag
Ein wichtiger Vorteil für teilnehmende Einrichtungen ist die Unterstützung bei der Finanzierung. Die Gap-Geschäftsstelle bereitet den Fördermittelantrag vollständig vor, sammelt die notwendigen Unterlagen und stellt den Antrag zusammen. Die Einrichtung muss ihn anschließend nur noch an die zuständige Pflegekasse übermitteln. Die Pflegekasse prüft und bewilligt die Förderung und erstattet die Kosten anteilig. Die Auszahlung ist in mehreren Teilbeträgen oder in einer Gesamtsumme möglich.
Viele Einrichtungen haben nach Abschluss ihres ersten Projekts bereits ein zweites oder drittes Coaching begonnen. Die Pflegebevollmächtigte Katrin Staffler wirbt regelmäßig für Gap. "Nutzen Sie es gern. Man kann nur gewinnen", sagte sie auf der Mitgliederkonferenz des Deutschen Evangelischen Verbands für Altenarbeit und Pflege (Devap) Ende Februar.
Auf der Gap-Website finden sich weitere und vertiefte Informationen zum Projekt sowie Webinar-Termine für Interessierte.
Kirsten Gaede