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12. Januar 2026 | 07:00 Uhr
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Worauf es 2026 für Pflegeanbieter bei IT und KI ankommt

Wie kann es Pflegeanbietern gelingen, Ausgaben für IT refinanziert zu bekommen? Das für seine Sprachdokumentation bekannte Software-Unternehmen Voize hat in seinem Report 2026 einen Tipp parat: die Entlastungen durch die Digitalisierung in den Pflegesatzverhandlungen einleuchtend darstellen. Welche Entlastungen das genau sein können, erklärt der Ausblick knapp und bündig. Mit einem kleinen Überraschungsmoment: Selbst die Bindung internationaler Fachkräfte, so Voize, klappt besser mit KI.

Sprachdokumentation fördert die Arbeitgeberattraktivität, ist der Hersteller Voize überzeugt

Voize ist überzeugt: Für die Refinanzierung von IT und KI gibt es 2026 Rückenwind aus der Politik. Denn das Eckpunktepapier der Bund-Länder-AG zur Zukunft der Pflege erkennt Digitalisierung und KI ausdrücklich als Stabilisatoren der Versorgung an. Damit wachse die Chance, dass Digitalisierung nicht länger als zusätzlicher Kostenblock betrachtet, sondern in Pflegesatzverhandlungen als entlastende Kapazität berücksichtigt werde, heißt es in dem Report "Top Digitalisierungs-
und KI-Trends 2026 in der Pflege".

Entscheidend sei, die Wirkung konkret zu belegen. Einrichtungen müssten zeigen, wie digitale Lösungen Arbeitszeiten verändern, Prozesse beschleunigen und trotz Personallücken Versorgung sichern. Erst wenn Entlastung plausibel beschrieben ist, werde sie für Kostenträger kalkulierbar. Wer früh anfange, Effekte zu messen und Prozesse sauber darzustellen, verschaffe sich Handlungsspielräume. "Entlastung durch Digitalisierung lässt sich messen, verhandeln und refinanzieren", sagt Voize-Gründer Fabio Schmidberger. Nach Angaben des Berliner Unternehmens haben einzelne Kunden ihre Ausgaben zumindest für die Sprachdokumentation bereits vollständig refinanziert bekommen.

Sprachdokumentation kann die Lage auch bei internationalen Fachkräften entspannen

Die Sprachdokumentation bringe neben Zeitersparnis noch eine weitere Entlastung mit sich –  und zwar für internationale Pflegefachkräfte, so Voize. Sprachliche Unsicherheit, formale Anforderungen und Zeitdruck rufen bei ihnen häufig Stress hervor und verlangen von hiesigen Kollegen Nacharbeit. KI-gestützte Sprachdokumentation helfe, fachlich korrekt auch ohne perfekte Sprachroutine zu dokumentieren.

Erfahrungen des Diakoniewerks in Österreich zeigen laut dem Berliner Software-Unternehmen: Sprachunterstützung wirkt stabilisierend, erhöht die Selbstständigkeit und macht fachliche Kompetenz sichtbar. 2026 werde Sprachdokumentation damit zu einem Instrument der Personalbindung – und nicht nur der Effizienz. Denn sie erhöhe definitiv die Arbeitgeberattraktivität.

KI als Stütze im Arbeitsfluss

KI-Assistenzsysteme entwickeln sich über die Dokumentation hinaus. Sie unterstützen Übergaben, Koordination und helfen, Risiken zu erkennen, so Voize. Informationen können sie dort bereitstellen, wo Entscheidungen fallen. Renate Zeisberger, Qualitätsbeauftragte bei Vitanas und eines der zahlreichen Testimonials im Voize-Report, wünscht sich Systeme, "die aus erkannten Risiken direkt Maßnahmen vorschlagen, die wir nur noch prüfen und anpassen".

Für das Management eröffne KI also ganz neue Möglichkeiten: Muster und Risiken werden früher sichtbar, es lässt sich vorausschauender planen und die Qualität besser steuern.

Auch beim Lernen führt die Digitalisierung immer mehr dazu, dass es in den Arbeitsfluss integriert wird. E-Learning, Micro-Learning und KI-gestützte Wissenssysteme bringen Wissen genau dann, wenn es gebraucht wird. Das kann Schulungstage reduzieren.

Mehr Wirtschaftlichkeit durch automatisiert genutzte TI-Daten

Auch die Telematikinfrastruktur verändert, laut Report, gerade ihren Stellenwert. Der wirkliche Nutzen entstehe nicht durch die Anbindung, sondern durch die intelligente Verarbeitung von KIM-Nachrichten. KI kann Inhalte automatisch zuordnen, strukturieren und in Folgeschritte übersetzen. So werde aus einer Pflichtinfrastruktur ein entlastender Prozess.

"TI ist kein One-Click-Projekt, sondern ein Marathon", sagt Marc Urban, IT-Leiter bei Carpe Diem und ebenfalls Testimonial, und macht seinen Kollegen Mut: Standards seien anfangs unbequem, sorgten langfristig aber für Klarheit. Einrichtungen, die TI-Daten automatisiert nutzen, gewinnen Zeit und Stabilität.

Kein großer Sprung bei der Robotik

Kurzfristige Entlastung entsteht 2026 weiterhin durch Service-Robotik, etwa bei Transport- oder Routinetätigkeiten. Körpernahe Robotik bleibe ein Forschungsfeld, heißt es im Report. 

Kirsten Gaede

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