Bundesamt für IT-Sicherheit mit 16 Tipps für Pflegedienste
Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) hat konkrete Empfehlungen für ambulante Pflegedienste veröffentlicht. Hintergrund ist eine Studie zu Sicherheitslücken in digitalen Dokumentationssystemen in der Pflege. Das BSI beschreibt in seinen 20-seitigen gut strukturierten und klar formulierten Handlungsempfehlungen, wie leicht Angriffe gelingen – und gibt zahlreiche, grafisch hervorgehobene Tipps, wie sich Einrichtungen besser schützen können.
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Das Muster der Hacker lautet: Zugang verschaffen, Rechte ausweiten, Daten abgreifen oder blockieren
Ambulante Pflegedienste arbeiten täglich mit sensiblen Gesundheitsdaten – oft über mobile Geräte und cloudbasierte Systeme. Genau hier liegt ein wachsendes Risiko. Laut BSI sind Pflegedokumentationssysteme besonders anfällig, weil sie außerhalb geschützter Netzwerke genutzt werden. Die jetzt veröffentlichten Handlungsempfehlungen basieren auf einer umfassenden Sicherheitsanalyse. Sie richten sich direkt an die Pflegebetreiber und sollen helfen, typische Schwachstellen zu schließen, heißt es in den "Handlungsempfehlungen zur Verbesserung der IT-Sicherheit in ambulanten Pflegediensten".
So kommen Angreifer ins System
Wie leicht ein Angriff gelingen kann, zeigt ein Beispiel aus der Studie: Ein Mitarbeiter verliert sein Diensthandy, das nur mit der einfachen naheliegenden PIN 1234 gesichert ist. Der Finder erhält Zugriff auf Patientendaten – und über gespeicherte Zugangsdaten sogar auf das interne Netzwerk des Pflegedienstes. Von dort aus kann er sich weiter im System ausbreiten, Daten kopieren und im schlimmsten Fall verschlüsseln, um Lösegeld zu erpressen. Solche Angriffe folgen oft einem klaren Muster: Zugang verschaffen, Rechte ausweiten, Daten abgreifen oder blockieren.
Ein Tipp lautet: Mobile Endgeräte konsequent sichern
Das BSI formuliert insgesamt 16 Empfehlungen, die Pflegedienste schrittweise umsetzen können. Dazu gehört etwa, mobile Endgeräte konsequent zu sichern – etwa durch Verschlüsselung, sichere Passwörter und regelmäßige Updates.
Auch die Netzwerksicherheit spielt eine zentrale Rolle. So sollten WLAN-Zugänge geschützt und Systeme voneinander getrennt werden, um Angriffe einzudämmen.
Darüber hinaus rät die Behörde, externe IT-Experten einzubeziehen und im Ernstfall vorbereitet zu sein. Schulungen für Mitarbeitende sind ebenfalls ein wichtiger Baustein.
Mit zunehmender Digitalisierung wächst die Angriffsfläche
Empfehlungen verstehen sich nicht als verbindlicher Standard, sondern als praxisnahe Orientierung. Es geht dem BSI darum, gemeinsam mit Anbietern und Einrichtungen die IT-Sicherheit in der Pflege zu verbessern. Denn klar ist: Mit der zunehmenden Digitalisierung wächst auch die Angriffsfläche – und damit die Notwendigkeit, Systeme und Prozesse besser abzusichern.
Die Handlungsempfehlungen stehen auf der BSI-Website zum Download bereit.