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19. März 2026 | 20:22 Uhr
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Digitaler Antrag bringt Tempo bei "Hilfe zur Pflege"

Ein digitales Antragsverfahren für die "Hilfe zur Pflege" namens Formfix wird Teil eines bundesweiten KI-Pilotprogramms des Bundesdigitalministeriums. Kern des innovativen Verfahrens ist ein Formular, das Bearbeitungszeiten verkürzen soll, indem es Anträge vollständig und strukturiert vorbereitet. Für Pflegeanbieter könnte das ein praktisches Werkzeug sein, um Zahlungsverzögerungen zu reduzieren. Einige Betreiber haben mit Formfix bereits positive Erfahrungen gemacht.

Digital eingereichte Anträgen werden teils bis zu viermal schneller bewilligt, heißt es beim Berliner Start-up Myo  

Mit dem "Agentic AI Hub" will das Bundesdigitalministerium Verwaltungsprozesse beschleunigen. Eines der 18 ausgewählten Projekte setzt an einem bekannten Problem der Altenpflege an: der oft monatelangen Bearbeitung von Anträgen auf "Hilfe zur Pflege".

Das Tool Formfix des Berliner Start-ups Myo wird nun gemeinsam mit Kommunen und Trägern als Pilotprojekt umgesetzt, unter anderem in Köln, im Kreis Heinsberg sowie in Berlin. Die Anträge werden, so der Plan, digital, vollständig und verwaltungslogisch aufbereitet. Erste Erfahrungen aus dem Regelbetrieb deuten darauf hin, dass das Verfahren funktioniert. Die "Hilfe zur Pflege", so Myo, wird mit digital eingereichten Anträgen teils bis zu viermal schneller bewilligt als bei Papierformularen. Auch Sozialämter berichten, dass vollständig strukturierte Unterlagen den Prüfaufwand deutlich reduzieren.

Unvollständige Anträge ein häufiges Problem

In der Praxis verzögern sich Bewilligungen oft, weil Angehörige Formulare fehlerhaft oder unvollständig ausfüllen. Rückfragen der Behörden führen dann zu langen Bearbeitungszeiten, häufig dauert es mehrere Monate. Formfix setzt genau hier an. Das digitale Tool führt Nutzer Schritt für Schritt durch den Antrag, blendet irrelevante Felder aus und hilft bei der Zusammenstellung der notwendigen Unterlagen. Auch Übersetzungen und Hilfestellungen sind integriert.

Erste Erfahrungen aus Pilotprojekten zeigen, dass vollständig ausgefüllte Anträge deutlich schneller bearbeitet werden. In einzelnen Fällen lag die Bewilligungsdauer bei etwa vier Wochen statt der sonst üblichen vier Monate. Ein weiterer Vorteil: Einrichtungen können den Status der Anträge einsehen. So lässt sich früh erkennen, ob Unterlagen fehlen oder Angehörige Unterstützung benötigen.

Skalierung über KI-Hub geplant

Im Rahmen des KI-Hubs sollen Lösungen wie diese weiterentwickelt und auf andere Kommunen übertragen werden. Die Idee dahinter: KI-Systeme prüfen Anträge auf Vollständigkeit, fordern fehlende Dokumente an und unterstützen die Entscheidung der Behörden.

Für Pflegeeinrichtungen könnte sich damit ein langjähriges Problem entschärfen – wenn die digitalen Verfahren flächendeckend eingesetzt werden.

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