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19. März 2026 | 20:31 Uhr
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Diakonie Schaumburger Land meldet Insolvenz für Sonnenhof an

Die Diakonie Schaumburger Land zieht Konsequenzen aus anhaltender wirtschaftlicher Schieflage: Für den Sonnenhof in Obernkirchen in Niedersachsen hat sie Insolvenz angemeldet. Es waren vor allem Personalmangel, hohe Krankenstände und teure Leiharbeit, die die Kosten in die Höhe getrieben haben. Außerdem schließt die Diakonie die Tagespflege in Bückeburg wegen schlechter Auslastung – es gibt in dem Ort noch drei weitere Tagespflegen.

Die Liquidität des Sonnenhofes ist dahin: 2025 musste der Träger rund eine halbe Million Euro zusätzlich für Leiharbeit ausgeben

Der Sonnenhof in Obernkirchen konnte seine wirtschaftliche Lage trotz Gegenmaßnahmen nicht stabilisieren, heißt es bei der Diakonie Schaumburger Land. Vor allem Personalmangel und hohe Krankenstände haben die Kosten massiv steigen lassen. Allein 2025 musste der Träger rund eine halbe Million Euro zusätzlich für Leiharbeit ausgeben, um die Versorgung aufrechtzuerhalten. Diese Kosten werden nicht über die Pflegesätze refinanziert. 

Auch konnte die Einrichtung nicht mehr so viele Bewohner aufnehmen wegen fehlenden Personals. Die Auslastung sank, ebenso die Einnahmen. Die Rücklagen sind jetzt fast aufgebraucht und eine kurzfristige Besserung ist nicht in Sicht. "Somit blieb für die Geschäftsführung und Aufsichtsrat nur der Weg, den Sonnenhof in die Hände eines Verwalters zu legen, in der Erwartung, dass eine tragfähige Lösung für das Haus gefunden wird", teilt die Diakonie mit. 

Geschäftsführer ist Bernhard Pammer, der voriges Jahr im Sommer als Interims-Manager zur Diakonie kam, nachdem er sich gerade von seinem früheren Arbeitgeber, dem Agaplesion-Konzern verabschiedet hatte, um in den Ruhestand zu gehen.     

Auch die Streichung des Weihnachtsgeldes konnte die Liquidität nicht sichern

Die wirtschaftliche Schieflage hatte sich bereits im vergangenen Jahr abgezeichnet. Pammer bemerkte, dass auch Fehler in der Kalkulation dazu geführt hatten, etwa nicht berücksichtigte Mietsteigerungen. Um die Liquidität zu sichern, griff er zu ungewöhnlichen Maßnahmen wie der Streichung des Weihnachtsgeldes. Dennoch ließ sich die Insolvenz nun nicht mehr abwenden.

Neben der Insolvenz des Sonnenhofs beendet die Diakonie auch die Tagespflege im Herder-Quartier in Bückeburg. Die Einrichtung erreichte die notwendige Auslastung von rund 90 Prozent nicht und konnte sich im Wettbewerb mit den drei anderen Anbietern vor Ort nicht behaupten. Die Verluste hätten den ambulanten Dienst gefährdet, der nun wieder wirtschaftlich stabil arbeiten soll.

Andere Einrichtungen der Diakonie will Pammer durch höhere Pflegesätze und Anpassungen der Kosten wieder auf Kurs bringen. Für den Sonnenhof sucht nun ein Insolvenzverwalter nach einer Lösung.

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