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8. Mai 2026 | 07:00 Uhr
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Mit Azubi-Wohnbereichen gegen Ausbildungsabbrüche

Ausbildungsstationen sind keine Seltenheit mehr, doch die AWO Seniorendienste Niederrhein setzen das Konzept gleich in vier Seniorenzentren um. Auszubildende übernehmen dort Verantwortung in eigenen Wohnbereichen, lernen voneinander und erhalten feste Praxisanleitung. In Langenfeld gibt es zusätzlich einen Lernraum (Foto)  und einen Azubi-Stammtisch. Der Träger berichtet von weniger Abbrüchen und deutlich mehr Bewerbungen.

Wohnbereichs- und Praxisanleiter Robin Jacobs (vorn) leitet die Azubi-Gruppe im AWO Seniorenzentrum Karl-Schröder-Haus in Langenfeld an 

Das Besondere ist weniger die Idee einer Ausbildungsstation an sich, sondern die Breite und Struktur des Ansatzes. In Duisburg betreuen Auszubildende verschiedener Jahrgänge in unterschiedlichen Schichten 54 Bewohner. Sie arbeiten nicht nur mit, sondern übernehmen Verantwortung – begleitet von erfahrenen Pflegefachkräften und Praxisanleitungen.

In Langenfeld wurde zusätzlich ein eigener Raum eingerichtet, in dem Lernaufgaben und Praxisaufträge bearbeitet werden können. Alle zwei Wochen findet dort außerdem ein Azubi-Stammtisch statt. Er soll den Auszubildenden helfen, Wünsche, Ziele und Probleme früh zu formulieren. Für Praxisanleiter und Leitungskräfte hat es den Vorteil, dass sie auf Probleme, Anregungen etc. schneller reagieren können. 

Es gibt jetzt einen "Run" auf die Ausbildungsplätze   

Laut AWO erhalten die Bewohner in den Azubi-Wohnbereichen mehr Aufmerksamkeit, Fachkräfte werden entlastet und Auszubildende erleben früher, was sie fachlich leisten können. Auch internationalen Auszubildenden hilft das Modell, weil sich durch den engen Austausch im Team Sprachbarrieren abbauen. In Duisburg absolvieren momentan unter anderem Nachwuchskräfte aus Indien, der Türkei und Syrien ihre Ausbildung.

In den beteiligten Häusern gibt es weniger Ausbildungsabbrüche, so die AWO Niederrhein. Und: Es gibt inzwischen einen "Run" auf die Ausbildungsplätze in den Azubi-Wohnbereichen, wie Geschäftsführerin Kerstin Hartmann es formuliert.

Die AWO Seniorendienste Niederrhein bauen ihre Azubi-Wohnbereiche weiter aus. Nach dem Start im Seniorenzentrum Karl-Jarres-Straße in Duisburg und im Karl-Schröder-Haus in Langenfeld gibt es das Modell inzwischen auch im Willy-Könen-Seniorenzentrum in Neukirchen-Vluyn und im Haus Meyberg in Velbert-Langenberg. Es soll letztlich auf alle zwölf Seniorenzentren der AWO Niederrhein ausgeweitet werden.

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