So entwickeln Azubis ein Bewusstsein für Pflegefehler
Wie lassen sich Sturzrisiken, Hygienemängel oder Fehler bei der Medikamentengabe erkennen, bevor etwas passiert? Die Doreafamilie Saarbrücken hat dafür ein ungewöhnliches Ausbildungsformat eingeführt: den "Room of Horrors" (Foto). In einem bewusst mit Risiken und Fehlerquellen präparierten Bewohnerzimmer müssen Auszubildende Gefahren identifizieren und fachlich bewerten. Der bundesweit tätige Pflegeanbieter mit Sitz in Berlin hofft auf diese Weise, die Patientensicherheit zu stärken und den Blick für kritische Situationen zu schärfen.
Doreafamilie Saarbrücken
Ein Urinbeutel unverpackt auf dem Boden, auf den auch noch ein Azubi tritt, gehört zu den eindeutigen Fehlerquellen im "Room of Horror"
Ausgestattet mit einem Fallbeispiel haben die Azubis 20 Minuten Zeit, das Bewohnerzimmer zu analysieren, Risiken zu dokumentieren und deren Bedeutung für die Bewohner einzuschätzen. Anschließend werten sie die Beobachtungen gemeinsam aus und diskutieren sie.
Nicht jede Auffälligkeit ist automatisch ein Pflegefehler. Entscheidend ist, Risiken fachlich richtig einzuordnen und angemessen zu reagieren. Das Training dreht sich vor allem um die Themen Patientensicherheit, Medikamentensicherheit, Hygiene und Mobilität.
Simulationstrainings dieser Art sind in der Pflege noch vergleichsweise selten, gewinnen aber an Bedeutung.