Wie ein Sprachcafé die Integration beschleunigt
Internationale Pflegekräfte zu gewinnen, ist das eine. Sie dauerhaft zu halten, das andere. Die Stiftung Liebenau setzt dafür auf ein Sprachcafé. Dort treffen sich internationale Azubis regelmäßig mit Kollegen und einem Sprachtrainer. In lockerer Atmosphäre sprechen sie über Erfahrungen im Beruf und Alltag, verbessern ihre Deutschkenntnisse und lernen gleichzeitig ihre Teams besser kennen. Auf dem Caritas-Kongress in Berlin wurde das Projekt vorgestellt.
Stiftung Liebenau
Vieyra Hector (l.), Céphas Tchokpodo (2.v.l.) und Taofik Wahalawede (2.v.r.) mit Caritas-Präsidentin Eva Maria Welskop-Deffaa (4.v.l.) in Berlin
Das Sprachcafé richtet sich an internationale Auszubildende in der Alten- und Heilerziehungspflege und ergänzt den klassischen Sprachunterricht. Statt Grammatikpauken stehen Gespräche über typische Situationen im Berufsalltag im Mittelpunkt – etwa die Zusammenarbeit im Team, der Umgang mit Bewohnern oder schwierige Gesprächssituationen. Auch Themen aus dem Leben in Deutschland werden aufgegriffen.
Nach Angaben der Stiftung Liebenau erleichtert das Angebot den Einstieg in den Beruf und fördert zugleich den interkulturellen Austausch. Einrichtungsleiter berichten, dass bessere Sprachkenntnisse Missverständnisse im Arbeitsalltag reduzieren und die Teams entlasten. Das Angebot findet in Präsenz und online statt und wird vom Land Baden-Württemberg gefördert. Beim Caritas-Kongress in Berlin stellten internationale Auszubildende das Konzept jetzt gemeinsam mit ihrem Sprachlehrer vor und zeigten in einer praktischen Simulation, wie alltagsnah Sprachförderung funktionieren kann.