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8. Juli 2026 | 19:00 Uhr
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Was internationalen Pflegekräften wichtig ist

Dass Willkommenskultur und ein Integrationskonzept wichtig sind, um Pflegekräfte aus dem Ausland zu halten, hat sich herumgesprochen. Doch viele Pflegeanbieter lassen in ihren Bemühungen offenbar nach, wenn das Anerkennungsverfahren abgeschlossen ist. Das könnte sich rächen, wie das Integrationsbarometer 2026 von Globogate zeigt, einem Spezialisten für die Gewinnung und Integration internationaler Pflegekräfte. Denn bei vielen kommen verstärkte Zweifel an ihrer neuen Heimat gerade dann auf, wenn sie endlich als Pflegfachkraft arbeiten dürfen.

Die Kollegen aus dem Ausland sind oft ehrgeizig und wollen sich beruflich entwickeln. Das ist vielen Arbeitgebern gar nicht klar 

Internationale Pflegekräfte kommen grundsätzlich gern nach Deutschland – aber viele sind nicht sicher, ob sie dauerhaft bleiben möchten. Und die Unsicherheit nimmt nach abgeschlossener Anerkennung sogar zu. Zwar berichten 92 Prozent nach der Anerkennung von einem besseren Gehalt. Doch nur 58 Prozent erleben mehr Wertschätzung im Arbeitsalltag.

Globogate hat für sein Integrationsbarometer 269 Pflegefachkräfte aus den Philippinen, Usbekistan und Kolumbien befragt, die in Deutschland arbeiten. Die Anerkennung ist für sie ein wichtiger Schritt. Sie bringt neben mehr Gehalt, anspruchsvollere Aufgaben und häufig auch mehr berufliches Selbstvertrauen mit sich. Doch die Anerkennung bindet nicht automatisch an den Arbeitgeber. Nach dem Integrationsbarometer 2026 wollen zwar 86 Prozent der befragten Pflegekräfte Deutschland erneut wählen. Dauerhaft bleiben möchten aber nur 28 Prozent.

"Integration endet nicht mit der Anerkennung"

Für Jessica Bunea, Geschäftsführerin von Globogate, liegt darin die entscheidende Botschaft für Arbeitgeber: Viele Einrichtungen glaubten, mit Anerkennung, Wohnung und Einarbeitung sei die Integration abgeschlossen. Tatsächlich beginne dann erst die Phase, in der sich entscheide, ob Fachkräfte langfristig bleiben. "Integration endet nicht mit der Anerkennung", sagt Bunea. Nach der Urkunde gehe es um Zugehörigkeit, Entwicklung und ein Leben jenseits der eigenen Herkunfts-Community.

Dazu gehört aus ihrer Sicht auch die soziale Integration außerhalb des Arbeitsplatzes. Die neuen Kollegen müssten unterstützt werden, Kontakte im Ort zu knüpfen, Vereine kennenzulernen oder Freizeitangebote zu finden. Sonst bestehe die Gefahr, dass sie nicht wirklich zu Hause fühlten.

Viele Pflegekräfte aus dem Ausland möchten Karriere machen

Ebenso wichtig ist die fachliche Integration. Viele internationale Pflegekräfte bringen bereits Kompetenzen mit, die im Alltag nicht ausreichend gesehen werden. Laut Barometer geben 89 Prozent an, Wundversorgung aus ihrer Ausbildung im Herkunftsland zu kennen, 93 Prozent nennen Medikamentengabe. Trotzdem erleben viele, dass ihr Wissen zunächst kaum zählt. Bunea rät Einrichtungen deshalb, früh über Entwicklungsperspektiven zu sprechen: Fachweiterbildungen, Praxisanleitung, Wundmanagement oder später auch Leitungsfunktionen.

Das Barometer zeigt, dass viele internationale Pflegekräfte beruflich weiterkommen wollen. Wer ihnen im ersten halben Jahr nach der Anerkennung keine Perspektive bietet, riskiert, dass sie sich anderswo umsehen. Besonders sinnvoll seien auch Buddy-Modelle, bei denen bereits angekommene internationale Pflegekräfte neue Kollegen begleiten, sagt Bunea.

Das Barometer zeigt auch Fortschritte. Sprachunterstützung und Onboarding-Konzepte haben sich seit 2024 deutlich verbessert. Doch der schwierigste Teil beginnt danach: Pflegekräfte wollen nicht nur anerkannt sein, sondern gesehen, einbezogen und weiterentwickelt werden.

Das Integrationsbarometer 2026 findet sich auf der Website von Globogate. Das Unternehmen mit Hauptsitz in Zürich ist in Deutschland, Österreich und der Schweiz aktiv.  

Kirsten Gaede